Sh?tar? Ishinomori gilt im Bereich des Mangas als einer der einflussreichsten Typen, welcher 2013 75 Jahre alt geworden wäre. Ihm zu Ehren wurde sein wahrscheinlich bekanntester Comic "Cyborg 009" einer Realverfilmung unterzogen, die das Comichafte zuweilen sogar noch übertreibt.
Ein 140 Jahre andauernder kalter Krieg hat die Erde in Ost und West gespalten, dazwischen befindet sich J-Country, wo Agenten beider Lager Gefechte austragen. Cyborg-Agentin Mylene erhält den Auftrag, ihre Schöpferin aus den Klauen des Feindes zu befreien, doch während ihrer Mission wird sie zunehmend von menschlichen Erinnerungen verfolgt...
Es dauert keine zwei Minuten und schon sind die ersten halbnackten Frauenkörper in einem Club vorzufinden, in welchem Agentin 009 ordentlich aufräumt.
Die Action verdeutlicht umgehend, dass neben blutigen Einlagen knapp bekleidete Damen eine wesentliche Funktion übernehmen und folgerichtig auch mal unter die Schürze gefilmt wird und Fetisch-Klamotten aller Art präsentiert werden.
An der Choreographie gibt es wenig zu bemängeln, - die Kämpfe sind rasant in Szene gesetzt, es gibt einige akrobatische Einlagen, zuweilen fliegen Körper meterweit durch die Gegend und auch die Härte wird dankend registriert. Allerdings kommen die blutigen Einschüsse aus dem Computer nicht so gut, da nicht nur zuviel Blut spritzt, sondern dieses auch irgendwo in der Nähe der Opfer platziert ist. Die sehr wenigen handgemachten Effekte sehen demgegenüber wesentlich besser aus.
Mit der Zeit macht sich allerdings die banale Story ein wenig negativ bemerkbar, zumal einige Flashbacks einen bevorstehenden Twist beinahe schon vorwegnehmen. Das simple Spiel zwischen Gut und Böse bietet schlicht zu wenige Ecken und Kanten und obgleich das Tempo zwischenzeitlich ein wenig heruntergeschraubt wird und leicht emotionale Töne angeschlagen werden, so überrascht der Verlauf zu keiner Zeit.
Dennoch kann man sich von dem Streifen für rund 84 Minuten locker berieseln lassen, die nicht sonderlich überzeugenden Mimen, welche entweder hölzern performen oder zum Overacting neigen, passen recht gut zum vorhandenen Trashfaktor, während die flinke Action einige Mankos der simplen Geschichte kaschieren kann. Für Freunde von überdrehter, comichafter Gewalt aus Japan durchaus eine Sichtung wert.
6 von 10