Diesmal kann ich es versuchen verhältnismäßig kurz und direkt, ohne Umschweife und ziemlich lapidar zu machen. THE TEXAS ROADSIDE MASSACRE ist eine Ausgeburt von Unfähigkeit in Bezug auf das Handwerk der Filmkunst und eine Beleidigung für das Genre. Hier stimmt einfach nichts. Der "Kameramann" hat scheinbar erst einen Tag vorm Dreh erstmals "Filme drehen" geübt und das sieht man dem Endprodukt mehr als an. Dazu kommen völlig unsympathische und unattraktive "Darsteller", die man wohl an der Supermarktkasse gecastet hat. Zwischen dem Model "Dorfdepp" und "Botox-Monster" wird alles geboten. Auch wenn dies potentiell gute Zutaten für trashige Unterhaltung sein könnten, ist THE TEXAS ROADSIDE MASSACRE weit davon entfernt unterhaltend zu sein.
Selbst von der potentiell letzten rettenden Bastion des Gewalteinsatzes gibt es nicht nennenswertes zu berichten, vieles findet im off statt und es bleibt bei ein paar leichten Stichwunden. Eine kleine Bohrmaschine, die hierzu eine Wendung verspricht wird auch nur abseits der laufenden Kamera eingesetzt. Im Original heißt er übrigens nur ROADSIDE MASSACRE, aber der dreiste Namensklau von TEXAS CHAINSAW MASSACRE wird den Streifen hoffentlich auch nicht mehr retten. Deswegen interessiert man sich nur herzlich wenig für die Geschichte der fünf Collegefreunde, die verreisen und in einem Bergdorf names Bluridge auf seltsame Dorfbewohner treffen. Natürlich passieren dort erwartungsgemäß unerwartete Dinge und man versucht so viele Klischees aus Backwood- und Springbreak Slashern zu imitieren.
THE TEXAS ROADSIDE MASSACRE scheitert aber an der kompletten Unfähigkeit von Kameraführung, Effekten, Dialogen und Schauspielern auch nur einen Hauch von Stimmung aufkommen zu lassen. Schon vor über 20 Jahren haben deutsche Amateur Horrorfilmer mit so gut wie keinem Budget und Filmwissen deutlich mehr Atmosphäre und vor allem Gore Galore aus diesen beschränkten Möglichkeiten rausgeholt. In THE TEXAS ROADSIDE MASSACRE haben die auf bedrohlich getrimmten Dorfbewohner eine Maske mit dunklen Augenringen bekommen, jeder der Leser hier für eine spontane Horrorparty unter Freunden besser zustande gebracht hätte. Aber es wird nicht ansatzweise parodierend, sondern todernst präsentiert, was dem Film komplett das Genick bricht.
Ein Drehbuch sucht man vergebens und die ein oder andere Handlungsszene strotz gerade zu von amateurhaftem Verhalten der Agierenden und ebensolcher technischer Umsetzung. Die Krönung ist die deutsche Synchronisation, die nicht nur wie gewohnt unterirdisch ist, sondern sie ist dermaßen daneben, unkonzentriert und so amateurhaft gelungen wie man es selten erlebt. THE TEXAS ROADSIDE MASSACRE ist der Regie-Erstling von Scott Kirkpatrick und wenn kein Wunder passiert und er sich nicht phänomenal steigern kann, wird er wie dieser Film in der Versenkung verschwinden. Der Originaltrailer ist extrem gut geschnitten und kaschiert diese Schwächen optimal. THE TEXAS ROADSIDE MASSACRE ist maximal als Amateurversuchsfilmchen zu bezeichnen und jede höhere Wertung hier kann nicht ernst gemeint sein…
2/10 Punkten