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Seit einiger Zeit ereignet sich nicht mehr allzu viel in Redneckhausen und auch das Werk von Gregory Avellone, der hier eine kleine Rolle als Hinterwäldler übernimmt, ändert nicht viel an Latzhosen, Marihuana-Anbau und verfaulten Zähnen. Wenn junge Zivilisierte auf Degenerierte treffen, kann das zwar immer noch unterhaltsam ausfallen, doch Avellone vergas diesbezüglich etwas mehr als nur das Salz in der Suppe.

Shelby und vier Freunde begeben sich nach Copperhead County, wo in den einsamen Wäldern eine Hütte steht, welche sie von ihrem leiblichen Opa geerbt hat. Nach kurzer Inspektion und dem Betrachten einiger Familienfotos fällt ihr ein fremder Mann auf einigen Bildern auf, während zwei Rednecks aufkreuzen und den Teens gehörig Druck machen zu verschwinden. Die eigentliche Gefahr lauert jedoch bereits ganz in ihrer Nähe...

Eine ganze Weile ist die Bedrohung nicht genau zuzuordnen, da es einerseits um einen vermissten Großonkel geht und anderweitig einige Hinterwäldler Stunk machen. Nach brauchbarer Figureneinführung fällt die gemächliche Erzählung nicht gerade positiv auf, obgleich der Score eine bedrückende Stimmung erzeugt und das Haus im Wald mit einer Handvoll schauerlicher Requisiten nicht gerade eitel Sonnenschein versprüht. Dennoch dauert es viel zu lange, bis Gut und Böse aufeinander treffen.

Und auch ab da wird zu selten Suspense geschürt, da das fahrige Drehbuch schlichtweg keinen wirklichen Fokus zwischen eventuellen Irren, durchgeknallten Hinterwäldlern und möglichen Überraschungsgästen findet. Folgerichtig klaffen im Verlauf riesige Lücken in der Erzählung auf, so manche Figur verschwindet einfach spurlos und groß angelegte Überraschungsmomente deuten sich viel zu durchschaubar an, um auch nur in Ansätzen zu beeindrucken.

Ein paar entblößte Kissen und eine Handvoll Gewalteinlagen ohne CGI reißen da nicht mehr viel, zumal Splatterfans oft nur Andeutungen erhalten und lediglich bei Messerstichen und Glas im Auge etwas länger als eine halbe Sekunde draufgehalten wird.
Darstellerisch ist zwar nicht viel anzukreiden und die Besetzung der Rednecks geht ebenfalls in Ordnung, doch wirklich temporeich gestaltet sich das Treiben erst in den letzten Minuten, um dann jedoch nahezu mitten im Geschehen abzubrechen, was ebenfalls dem unausgegorenem Drehbuch geschuldet ist, welches offenbar keine zufrieden stellende Endlösung finden konnte.

Infolgedessen erhalten Genrefans kaum Anreize für eine Sichtung, denn unfreiwilliger Humor oder kleinere Auflockerungen bleiben ebenso aus wie kreative Wendungen oder gar innovative Pointen. Handwerklich ist zwar nichts auszusetzen, Make-up, Location und Ausstattung sind durchaus brauchbar, doch der Rest lädt viel zu selten zum Mitfiebern ein, weshalb der Stoff allenfalls Futter für Hardcorefans darstellt, den durchschnittlichen Horrorfreund jedoch eher kalt lassen dürfte.
3,5 von 10

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