Cody Calahans Regiedebüt ANTISOCIAL beschäfftigt sich mit Thematisch mit einem Virus, der Menschen zu mordgierigen Bestien mutieren lässt, was eigentlich nichts Neues oder gar sehr Innovativ ist.
Die Vergleiche mit 28 DAYS LATER oder auch THE SIGNAL, die auf dem Cover der deutschen DVD gezogen werden, greifen hier durchaus.
Im direkten Vergleich mit 28 DAYS LATER zieht Calahans Erstling zwar den kürzeren, was aber nicht heißt das es sich hier um einen langweiligen Genrebeitrag handelt, der vollkommen ohne Eigenständigkeit daherkommt.
Man muss aber auch anmerken, das es in der heutigen Zeit nicht wirklich einfach ist, etwas vollkommen Neues zu kreieren.
Aus dem Aspekt betrachtet ,das ja fast alles schon einmal dagewesen ist, kann ANTISOCIAL somit schon Punkten und weiß auch zu unterhalten.
Während der gesamten Laufzeit kann ANTISOCIAL den Spannungsbogen gut halten, da der Zuschauer vorerst im Dunkeln tappt, was ihn erwartet und wo dieses Virenszenarion noch hinführen wird.
Zu Beginn bekommt man zwar schon einen kleinen Einblick was da auf einen zukommt, doch jegliche Erklärungen sind vorerst nicht vorhanden und kommen erst mit fortschreitender Handlung zum Zuge.
Anstelle eines postapokalyptischen Szenarios, welches den Adrenalinspiegel der Betrachters durch Non-Stop Angriffe der Mutierten in die Höhe schnellen lässt, wird hier ein leicht klaustrophobisches Kammerspiel mit 5 Hauptprotagonisten geboten.
Die Entscheidung des Regisseurs dies so zu handhaben ist zu befürworten, da sich ANTISOCIAL so von anderen, ähnlichen
Genrebeiträgen etwas abheben kann und dadurch Eigenständiger wirkt.
Sogar die Limitierung des Handlungsortes auf ein Haus - wenn man mal von den Camchats mit anderen Freunden absieht - stellt hier kein Defizit dar, funktioniert bestens und trägt sogar noch zur Dichte des Films bei.
Zu Beginn wirkt ANTISOCIAL noch recht Harmlos und wenn die Eröffnungssequenz nicht wäre, könnte man fast denken es handelt sich um eine High School Campus Comedy in der Party und Spaß das Geschehen bestimmen.
Die ersten 15 Minuten von ANTISOCIAL wird auch genau dies zelebriert und in guter Laune wird eine ausgelassene Neujahrsparty gefeiert, bei der auch alkoholische Getränke und ein wenig Ringelpietz mit Anfassen in trauter Zweisamkeit die Stimmung heben.
Doch dies alles ändert sich Schlagartig, als einer der aggressiven Mutanten die traute Zweisamkeit stört und eine kurze, erste Angriffswelle einleitet.
Dies versetzt Partygäste als auch den Zuschauer in einen Schock- und Angstzustand, der mit fortlaufender eine sehr ansehnlicheSpannung aufbaut.
Im letzten Drittel des Films wird diese Spannung noch durch einige blutige Details und Gewaltspitzen aufgewertet, welche aber nie über ihr Ziel hinaus schießen und in uninspirierter Selbstzweckhaftigkeit versinken.
Visuell wirkt ANTISOCIAL sehr ausgegoren und meine Zweifel es könnte sich wieder um einen billigen Direct-to-DVD wurden schon nach einigen Minuten verworfen.
Versiertes Editing stehen im Kontrast schönen Kamerafahrten und Teils leicht surrealen Bildern, die durch den Score noch zusätzlichaufgewertet werden.
Diese Filmmusik ist auch das, was mich am ehesten an den Eingangs erwähnten 28 DAYS LATER erinnerten, da auch hier auch bedrohliche Instrumentalstücke geseztzt wurde.
Bei der Wahl des Cast hat Cody Calahan auch ein glückliches Händchen gehabt, da diese ihre Parts überzeugend und authentisch spielen - vor dem leider schon zu oft gesehenem, lächerlichem Overacting belibt man zum Glück verschont.
Die hier angewandten Special FX sind solide in Szene gesetzt; auf gekünzelte CGI wurde verzichtet und macht das ganze noch ein wenig Runder.
Auch wenn ANTISOCIAL von der Story noch etwas mehr Potenzial geboten hat, gibt es vom Grundprinzip nicht sehr viel zu beanstanden.
Der Ursprung des Virus ist nämlich durchaus Interessant und auch wenn dieser zuvor schon in Filmen wie THE SIGNAL ähnlich abgehandelt wurde, verleiht dies ANTISOCIAL ein paar neue Impulse und eine persönlichere Note.
Zum Ende hin gibt es zwar ein paar unlogische Ansätze, über die aber hinweg gesehen werden können.
Die eventuelle Aussicht auf eine Methode zur Heilung ist auch nicht uninteressant und erinnert ein wenig an die "Body Horror" Filme der cronenberg'schem Art.
Unterm Strich hat Calahan hier ein solides Debüt gedreht, welches zum Glück nicht im Fahrwasser der billigen Schnellschußprodutionen fischt und eine Sichtung durchaus Spaß macht, auch wenn eine mehrmalige Sichtung hier eher unwahrscheinlich ist.
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