Review

Staffel 3

Staffel 3

"Es wird immer schlimmer..." (Raymond Reddington)

Im dritten Jahr steigt "The Blacklist" qualitativ noch ein Stück höher und wird eine enorm starke und leicht zu guckende Thrillerserie. In Staffel 3 geht es dem Cabal an den Kragen, rückt die Suche nach Liz' Mutter näher in den Blickpunkt und Reddington führt wie gewohnt als zwielichtiger Shhowmaster durch die graue Welt unter der normalen Gesellschaft. Es gibt Liebe, Humor, Action und Spannung, mehr Fragezeichen als einem lieb sind und Highlightfolgen von futuristisch über gruselig bis traurig. Schwer zu schlagen sind zum Beispiel das Midseason-Finale in dem gegen den Cabal-Chef (hervorragend: David Strathairn!) zurückgeschossen wird, ein grausamer mittelalterlicher Selbstjustiz-Kirchenkult oder eine Frau, die verlorene Kinder in einem Wald großzieht und ab einem gewissen Alter in einen Brunnen wirft. Richtig lahme Episoden sucht man in diesem Jahr zum Glück vergebens und selbst wenn es vielleicht noch immer etwas viele Folgen sind, 23 an der Zahl, so ist genügend Abwechslung und Kreativität gegeben. Weitere Pluspunkte der Serie: aberwitziges Tempo, Hauptfiguren sind sterblich, grandiose Unterwelt-Mythologie, ein nie durchatmender Mix aus "John Wick" und "Homeland".

Mit Gaststars von Famke Janssen bis Tony "Monk" Shalhoub gibt es wieder genug zu entdecken und das Finale ist ein echter Schocker, mit dem man nicht mehr gerechnet hat. Der Soundtrack trumpft jede Woche erneut auf (meist in den letzten 5 Minuten einer Folge) und ist ebenfalls eine Stärke der Serie, schon immer gewesen. Etwas poppig und gefällig zwar die meisten Songs, aber immer eingängig, emotional oder eben passend zur Stimmung der Folge. Megan Boone war nie stärker als Elizabeth Keen (trotz steifer Mimik) und die Liebelei mit ihrem Exmann Tom ist genauso absurd wie romantisch. Ebenso wie ihr Verhältnis zu Reddington, das noch immer härter auf der Stelle tritt als ein Haufen Weinstampferinnen an der Mosel. James Spader gelingt es weiterhin als Chef der Unterwelt zu brillieren und der fast schon ikonischen Figur neue Facetten abzuknöpfen. Für sein Genie steht die Folge mit dem falschen Reddington, für seinen weichen Kern die sehr ungewöhnliche und eindringliche Folge "Cape May", in der man mehr über ihn und Liz' Mutter erfährt. Alles in allem war "The Blacklist" nie besser als in diesem Jahr und kommende Staffeln werden es schwer haben dies zu toppen. Publikumsliebling ist nun endgültig Agent Mojtabai, einer der lustigeren und sympathischeren Computernerds in der Serienlandschaft. 

Fazit: der Höhepunkt der Serie? Im dritten Durchgang hat "The Blacklist" endgültig zu sich selbst gefunden und prescht nahezu ohne Hänger durch über 20 Folgen. Nur wie Liz und Red zueinander stehen weiß man immer noch nicht so genau... das ist fast schon wieder witzig. Ein Traum für Verschwörungstheoretiker & Rätselfreunde. Und habe ich schon gesagt, dass Raymond Reddington einer der feinsten "Bad Guys" in der Fernsehgeschichte ist?! James Spader ist eine lebende Legende. (8,5/10)

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