A Man Walks Home Alone At Night
"Across The River" ist ein düsterer Mix aus Argento, Blair Witch und "All Is Lost". Ein kleiner, gemeiner Schocker, der wunderbar klassisch geworden ist, der positiv aus der Zeit fällt und der viel aus seinem Mini-Budget macht. Nicht nur der geniale "Suspiria"-ähnliche Soundtrack erinnert an alte italienische Meister. Es entfaltet sich ein Sog aus Dunkelheit und Angst, der diese One-Man-Show verdammt effektiv macht. Erzählt wird von einem Biologen, der mit seinem Wohnmobil in den Wald fährt. Schnell wird dem erfahrenen Forscher klar, dass Wildschweinen und Füchse dieses Mal seine kleinsten Probleme sein werden...
90 Minuten, voller Unbehagen und Understatement. Konzentrierter Horror, wie man ihn heutzutage eigentlich für ausgestorben hielt. Selbst im europäischen Kino ist das eine Ausnahmeerscheinung. Von Hollywood ganz zu schweigen. Vielleicht nicht die Wiederbelebung des italienischen Genrekinos. Ein äußerst spannender Wald-und-Wiesen-Chiller dennoch. Fans von Fulci, Argento oder Bava könnten in freudige Schnappatmung verfallen. Die Farben sind mehr als blass, die Atmosphäre kommt einem Alptraum gleich und die zwei bösen Schreihälse vergisst man nicht so schnell. All das macht Bianchinis oldschoolige Schauermär um jeden Preis sehenswert. Selbst wenn man von den zwei Antagonistinnen gerne noch viel mehr gesehen hätte.
Fazit: ein gespenstig-gruseliger Italiener ganz in der Tradition der richtig Großen. Mit zwei der effektivsten Monster der jüngeren Horrorgeschichte. Gefällt mir!