Review

Dämonen sind Schweine, traue ihnen nicht mein Kind


Ein weiterer Kracher aus meinem Geburtsjahr... nicht. „Necromancer“ ist ein Langweiler. Man kann es kaum anders sagen. Egal wie sehr man ihn mögen will, egal wie heiss Elizabeth Kaitan ist, egal wie sehr ein paar der Songs auf ihre trashige Art rocken - „Necromancer“ ist selbst für 80er-Allesgucker eine Geduldsprobe ohne Höhepunkt. Wir folgen einer Schülerin, die von drei ihrer (gelangweilten!?) Mitschüler vergewaltigt wird und sich darauf aus Verzweiflung und Rache an eine mysteriöse Frau wendet, die in ihrer Garage (?!) teuflischen Mächten frönt, wodurch sich ein Dämon an den ekelhaften Machos rächt...

„Necromancer“ passt in die heutige Zeit ganz gut. Zumindest wenn man sein Missbrauchsthema und das (völlig überzogene, lächerliche) Verhalten fast aller Dreibeiner im Film betrachtet. Ansonsten ist er natürlich 80er durch und durch, von der unfassbaren Mode bis zu den vor Schmalz nur so triefenden „Rocksongs“ auf einer Party. Wer das Jahrzehnt mag, kommt also immerhin in der Beziehung ein wenig auf seine Kosten. Und Frau Kaitan ist wie gesagt äußerst gut für die Augen. Ansonsten gähnt man, ärgert man sich und kann nicht fassen, wie blutleer dieser dämonische Rachefeldzug geraten ist. Ein Angriff in der Dusche? Endet nicht mit Enthauptung oder Ähnlichem, sondern einem Schnitt weg. Ein Angriff bei einem Blowjob? Endet nicht in einer genitalen Blutfontäne sondern in einer Schwarzblende. Und so weiter, und so fort. Das Minibudget reichte wohl gerade noch so für das Catering am Set... Da könnte man meinen, man hat eine übel geschnittene Version erwischt - doch dem ist nicht so. Die grün leuchtenden Augen des Dämons (meist in Kaitans freizügiger Gestalt!) sind lächerlich, das Finale ist enttäuschend und die letzte Einstellung vorhersehbar, drangeklatscht und einfach zum Kopfschütteln. Der endgültigen Gestalt der Necromancerin kann ich noch ein wenig abgewinnen, doch auch die macht sich rar. Gegen „Necromancer“ wirkt ein Coitus interruptus wie ein lüsterner Marathon. 

Fazit: nicht desaströs, aber nahe dran. Rape & Demon Revenge. Ausser einer äußerst ansehnlichen Hauptakteurin und ein paar käsig-coolen Rock-„Hymnen“ gibt es hier enttäuschend wenig zu finden. Öde und mager. In fast jeder Disziplin. Selbst für Indieverhältnisse. Sollte man skippen, darf wieder in den Grabbeltischen der Videotheken von damals versinken. 

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