Giovanni Manzoni (Robert deNiro) ist ein hochrangiges Mitglied einer Mafiafamilie. Um sich vor einer Verurteilung zu retten, hat er gegen eine Reihe schwerer Ganoven ausgesagt und befindet sich nun im Zeugenschutzprogramm. Also heißen Giovanni und seine Ehefrau (Michelle Pfeiffer) nun Blake und ziehen mit den Kindern in die Normandie. Das neue Leben ist nicht leicht…
Eine hochrangige Besetzung unter der Regie von Luc Besson („Leon der Profi“ 1994, „Das Fünfte Element“ 1997), zudem produziert von Martin Scorsese, da kann doch nichts schief gehen, möchte man meinen. Eben doch! „Malavita“ ist ein seltsam unausgegorener Film, der sich vor allem nicht für ein Genre entscheiden kann: Sicher gibt es ein paar lustige Stellen, doch für eine Komödie nimmt sich der Film viel zu ernst und es sterben einfach zu viele Menschen – mehr Unschuldige als Gangster – auf brutale Weise. Für ein Gansterdrama oder einen Thriller ist die Handlung dagegen viel zu läppisch und konstruiert: während sich Papa im neuen Haus eigentlich nur verstecken soll, beginnt er seine Memoarien zu schreiben, engagiert sich zudem für den Umweltschutz im Kampf um sauberes Wasser in der Region – auf Gansterart versteht sich - und plaudert beim Dorf-Filmabend an aus der Mafiaschule. Währenddessen fackelt Mama den Lebensmittelladen ab, schon allein, weil die Pasta in der hintersten Ecke neben dem Hundefutter steht, Sohnemann führt die organisierte Kriminalität in der Mittelstufe ein und Töchterchen verliebt sich in den Mathelehrer, selbstverständlich ein Model mit Augengläsern. Und letztlich kommt die US-Mafia der Familie auf die Spur, weil dem Don eine Flasche Wein in den Knast geliefert wird, die zufällig in eine französische Schülerzeitung gewickelt ist. Dies und eine Reihe weiterer Unglaubwürdigkeiten sind eine Beleidigung für den Intellekt des Zuschauers, man fragt sich, warum sich deNiro und Pfeiffer (Tommy Lee Jones wirkt angemessen gelangweilt) für diesen Unsinn verpflichten ließen, doch immerhin bewahren sie mit ihrem gewohnt guten Spiel Bessons Film vor dem Totalausfall.
Nicht Fisch, nicht Fleisch. (4/10)