Review

kurz angerissen*

erstmals veröffentlicht: 19.07.2014

Als kontrast- aber nicht allzu geistreiche Übersteigerung des Originals liefert Spike Lee durchaus einen wenigstens einmalig sehenswerten Film mit Pulp-Charisma, er muss sich aber natürlich die Frage stellen lassen, inwiefern sein Remake die Welt wirklich bereichert. Josh Brolin ist als Choi-Min-Sik-Nachfolger auf den ersten Blick gut getroffen, aber dazu verdammt, dessen Eigenarten zu imitieren wie ein Stuntman den eigentlichen Star, derweil Sharlto Copley auf der Gegenseite enorm chargiert – und mit seinem Gestrampel doch nicht dazu in der Lage ist, die Sahne zu Butter zu verwandeln. Kraft- und aussagelos nimmt die tragische Geschichte ihren Lauf. Szenen wie die Massenprügelei oder das Poster in der Zelle, das wenig ertragreich Realimpressionismus in Surrealismus zu übersetzen versucht, verraten die Halbherzigkeit, mit der zu Werke gegangen wurde. In anderen Segmenten beschäftigt sich der Regisseur lediglich mit Bildkomposition und Farben. Keine Vollkatastrophe, kann man sich aber im Grunde sparen, wenn man die koreanische Variante schon kennt.

*weitere Informationen: siehe Profil

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