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"Einer gegen alle" war in den Action-Achtzigern unter anderem das Konzept von Sylvester Stallone, der beim vorliegenden Werk das Drehbuch verfasste und ursprünglich selbst die Hauptrolle verkörpern wollte. Dieses Privileg überließ er glücklicherweise seinem Kumpel Jason Statham, welcher derzeit immer noch zu den Typen zählt, die am glaubwürdigsten austeilen können.

DEA-Agent Phil Broker (Statham) hat vor zwei Jahren undercover eine Biker-Gang hochgehen lassen, mittlerweile lebt er mit seiner neunjährigen Tochter Maddy auf dem Land. Als Maddy auf dem Schulhof dem Neffen des hiesigen Meth-Kochs Gator (James Franco) eine runterhaut, setzt sie damit eine Spirale der Gewalt in Gang, welche sogar die Biker-Gang von damals mobilisiert...

Allzu modern darf man sich die Geschichte von "Homefront" wahrlich nicht vorstellen, denn in letzter Zeit besinnt sich Stallone häufig auf die Vergangenheit, vielleicht auch auf die gute alte Zeit, in der Action noch ohne CGI auskam und Blutkapseln anstelle von Computerblut eingesetzt wurden. All dies hat der eher unbekannte Regisseur Gary Fleder verinnerlicht, möglicherweise auch unter dem Druck des Produzenten Stallone.
Herausgekommen ist ein schwarzweißmalerischer Actioner der alten Schule, welcher von A bis Z auf Logik pfeift, das simple Spiel zwischen Gut und Böse jedoch kontinuierlich vorantreibt.

Allerdings bleiben die Figurenzeichnungen eher oberflächlich, auch wenn in einigen ruhigen Momenten versucht wird Emotionalität zu schüren. Zumindest wird das Vater-Tochter-Verhältnis glaubhaft transportiert, während die tumben Rednecks geradezu darum betteln, mal so richtig verdroschen zu werden. Doch obgleich der Bösewicht mit einer knallharten Aktion eingeführt wird, so verkommt er doch eher zum Spielball diverser Machenschaften und auch das mit Mühe untergeschobene Love Interest verläuft spätestens im letzten Drittel komplett im Sande.

Die gradlinige Erzählung schafft es demgegenüber, einen latent bedrohlichen Unterton zu kreieren, der trotz der leichten Südstaatenatmosphäre immer mal wieder anschwillt und sich in kurzen, aber knackigen Gewaltmomenten entlädt. Broker kann nicht in Ruhe tanken, - zack, aufs Maul. Ein Vater will ihn zur Rede stellen, - zack, aufs Maul. Das Kollektiv der Biker will sein Holzhaus überrollen, - zack, das Arsenal an Waffen ist schnell hervorgekramt.
Zwar könnte der Actionanteil durchaus höher sein und mit den hektischen Schnitten und der unsteten Kamera wird nicht immer einwandfreies Material geliefert, doch der Härtegrad und ein paar blöde One-Liner kaschieren dies problemlos.

Statham ist schlicht ideal für solche Rollen, in denen er nicht viel sagen muss, jedoch häufig in Bewegung ist und herzhaft austeilt. Nebendarsteller wie Winona Ryder, Clancy Brown und Kate Bosworth performen ebenfalls überzeugend, nur James Franco hätte man mit seinem recht nuanciertem Spiel etwas mehr Screentime gegönnt.
Alles in allem also ein unterhaltsamer Actioner der alten Schule nach ebenso altbekannten Mustern, - nicht originell, aber phasenweise durchaus druckvoll.
Knapp
7 von 10

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