Im Schloß des wohlhabenden Georges Radamante gehen mysteriöse Dinge vor sich, davon bekommt auch der Sohn Pierre Wind. Heimlich nimmt er an einer Zeremonie teil, bei der sich scheinbar ein Selbstmordclub zu Ehren einer jungen Frau opfert, die noch kurz vorher vor seinen Augen erschossen wurde. Bei Pierres Nachforschungen zusammen mit seinem Freund Robert geraten sie selbst in die Fänge des Geheimbundes, der sich hinter den Kapuzen verbirgt. In opulent ausgestatteten Räumen zieht Jean Rollin einen schrägen, stellenweise atmosphärischen Thriller auf, Mad-Scientist-Anleihen und Vampirismus treffen auf eine größenwahnsinnige Weltherrschaftsidee, wie man sie aus James-Bond-Filmen kennt. Viele der hier verwendeten Motive finden sich auch bereits in seinem früher gedrehten "The Rape Of The Vampire", der, ob seiner SW-Bilder, noch etwas wirkungsvoller ist. Das Beleuchtungsspiel ist hier eher wechselhaft, die Morde gar lachhaft dargestellt. Da wird mit Platzpatronen geschossen, was billiger als in jedem Edgar-Wallace-Film wirkt, bei den zeremoniellen Versammlungen hingegen taucht Rollins Talent wieder auf, freizügig und bizarr ist seine fotografisch gelungene Bildsprache. Bildlich ist auch so mancher Handlungsablauf zu verstehen, der sich der Logik zum Trotz einige künstlerische Freiheiten herausnimmt, was bei solch einem metaphorischen Film allerdings kaum stört. Caroline Cartier als stets dürftig verhüllte Vampirin sorgt in ihrer ersten Rolle für sleazige Ansichten, nebenher geben im Drehbuch noch die genretypischen philosophischen Betrachtungen vom Leben nach dem Tod den Tenor an. Regelrecht progressiv und zeittypisch wird es sogar beim überraschenden Finale, warum sieht dieser Siegelring nur wie ein Anarchistensymbol aus? Erwähnenswert sind ansonsten noch einige surreale Kostüme, welche ebenfalls von einer drogengeschwängerten Ära zeugen. Immer wieder traumhaft schön, allerdings auch immer wieder wenig spektakulär und mit kleinen Längen mittendrin verbrät Rollin sein Lieblingsthema um das melodramatische Schicksal eines Geschöpfes der Nacht.
Fazit: In Grundzügen für Jean Rollin nur zu typischer, sowie kunstvoller Okkult-Thriller als Sleazenummer über lebende und tote Menschen. Denn wisse: , "Es gibt keine Vampire, es gibt nur Menschen". 6/10 Punkten