Inhalt:
Irgendwo in China vor wohl fast 100 Jahren. In einer Stadt ist Kuo Ah Pao (Wilson Tong) ein angesehener Herr der Stadt, der den Armen gibt. Keiner ahnt, dass Kuo eine dunkle Vergangenheit hat, und auch in der Gegenwart Verbrechen verüben lässt.
Sein Sohn Chung (Ng Kwan Lung) beherrscht schon ein recht ansehnliches KungFu. Doch sowohl in einem Bordell, als dort die Chefin (Angela Mao) ihm gekonnt Paroli bietet..., als auch im Kampf gegen den Boss (Chen Hui Min) des Casinos, welches Chung mit Hilfe eines geübten Taschenspielers (Cheng Kang-Yeh aka Chen Hong) gerne ausnehmen würde, zeigt sich, dass sein KungFu noch viel Luft nach oben hat.
Bevor der Casino-Boss Chung töten kann, wird er durch Yu Yee (Fung Hak-On) gerettet. Beide gehen auf´s Land..., wo Yu seinem Schützling in einem strengen Training eine Mischung aus Snake- und Drunken-KungFu beibringt.
Und Chung ist ein gelehriger Schüler, sein KungFu wird immer besser.
Da erfährt Yu Yee, dass in der Stadt eine Bande, die sich auf den Raub von Antiquitäten spezialisiert hat, ihr Unwesen treibt. Hier soll Chung sein KungFu erstmals unter Beweis stellen...!
Chung kann den Anführer der Bande stellen..., es ist der von ihm geliebte Hausmeister (Phillip Ko) des Anwesens seines Vaters.
Und es stellen sich nunmehr 2 Begebenheiten heraus....:
Der Kopf der Bande ist niemand anderes als Kuo Ah Pao, Chungs Vater!
Und Yu Yee suchte den Kontakt mit Chung nicht nur um ihn in KungFu zu unterrichten..., sondern um an dessen Vater Kuo Ah Pao heranzukommen. Dieser hatte einst Yu Yees Frau vergewaltigt...., und Yu Yee schwor, dies zu rächen..., ja alle Kuos zu töten....!
Im finalen Show-Down steht Chung vor einer furchtbaren Entscheidung: Stellt er sich auf die Seite Yu Yees und damit gegen seinen eigenen Vater, der ein Verbrecher ist.....?
Fazit:
Im Jahre 1980 drehte der Darsteller, Fighting Instructor und Regisseur Wilson Tong diesen ziemlich starken und relativ durchdachten KungFu-Eastern-Actioner mit illustrem SuperStar-Cast für das kleine Label "Million Film" in Hongkong.
Tong erzählt hierin eine einfache Geschichte...., ein Mann, dessen Frau vergewaltigt wurde, will sich am Täter rächen, sucht hierzu den Kontakt mit dessen Sohn, um an diesen Täter heranzukommen.
Am Ende steht dieser Sohn vor einer schwierigen Entscheidung..., denn er hat seinem Sifu viel zu verdanken..., und sein Vater ist ein Vergewaltiger, ein Verbrecher..., und dies auch aktuell. Aber es ist sein Vater...!
Dies macht denn diesen Streifen auch wieder besonders..., und packt den Betrachter gerade in der finalen Phase dieses Films emotional. Hat man in dieser Form ja nun bei weitem nicht in jedem Eastern.
Der Film ist spannend...., und mit klaren Bildern garniert, erzählt Wilson Tong seine Geschichte. Es kommt Eastern-Feeling auf..., gleichwohl es einer jener KungFu-Filme ist, dem Eastern-Fans in Deutschland den Stempel "Wald- und Wiesen-Eastern" verpassten, wohl um den atmosphärischen Gegensatz zu den Filmen der Shaw Brothers damit auszudrücken. Sicher..., die Sets indoor sind zweckmäßig..., doch vieles spielt sich eh draußen ab. Insbesondere das Training zwischen Ng Kwan-Lung und Fung Hak-On.., welches in diesem Eastern das Herzstück ist.
Denn es ist auch ein Vertreter des Sub-Genres "Schüler-Sifu"-Eastern...., fast ein bisschen wie bei Jackie Chan und Simon Yuen, die ja mit "Die Schlange im Schatten des Adlers" und "Sie nannten ihn Knochenbrecher" 2 Jahre zuvor dieses Sub-Genre auf kommödialer Ebene neu erschufen und damit dem Eastern-Genre eine neue Entwicklung gaben.
Nun ist auch "Snake deadly act" kommödial angehaucht..., doch nicht zu sehr...., insgesamt hat dieser Eastern doch eher und zum Glück eine ernste Ausrichtung.
Mir gefiel, dass dieser Eastern schon ziemlich durchdacht ist. Auf subtile Art will Fung Hak-On an seinen alten Feind an dem er sich rächen will herankommen. Dies durch dessen Sohn, dem er aber auch auf kameradschaftlicher Basis -gleichwohl ein Sifu auch immer ein strenger, harter Hund gegenüber seinem Schüler sein muss- KungFu beibringt.
Fung Hak-On sorgt aber zeitgleich dafür, dass sein Feind eines Verbrechens überführt wird..., dies ausgerechnet durch seinen Schüler, zugleich Sohn des Feindes. Und dem Sohn wird zudem deutlich, dass dessen eigener Vater nicht nur Kopf einer Verbrecher-Bande ist, sondern auch skrupellos ist...., und wohl gar seinen eigenen Sohn töten würde, würde sich dieser gegen ihn stellen...? Und Fung Hak-On..., der sich schwor, nicht nur seinen Feind zu töten, sondern auch dessen Familie, also auch den Sohn seines Feindes..., dem er ja SELBST KungFu beibrachte. Wird dies etwa noch zur Achilles-Ferse?
Das ist schon irgendwie stark gemacht...., und verleiht diesem Eastern eine ungewohnte Note.
Ein Manko ist hingegen, dass Wilson Tong seinen Streifen nicht absolut stringent angeht...., die Szenen mit Cheng Kang-Yeh und Gast-Star Bolo Yeung..., der die Taschenspieler-Tricks von Cheng Kang-Yeh über sich ergehen lassen muss, wirken wie Füll-Material und Cheng Kang-Yeh kaspert hier herum. Aber man sieht letztendlich drüber hinweg..., zumal wie erwähnt, der Film insgesamt ernsthaft ist.
Die Hauptrolle spielt hier ein ziemlich unbekannter Darsteller, auch in der Eastern-Szene: Ng Kwan-Lung. Das liegt daran, dass dieser Darsteller in seiner Film-Kariere lediglich 2 Streifen drehte. "Snake deadly act" ist einer davon. Warum Ng Kwan-Lung lediglich 2 Filme drehte..., liegt im Dunkeln. Verständlich ist das nicht..., denn an seiner Leistung gibt es nichts zu tadeln. Er agiert überzeugend...., und dies auch in den Fight-Skills. Er muss am Ende eine furchtbare Entscheidung treffen, dies auch sehr schnell, denn die Ereignisse überschlagen sich.
Fung Hak-On..., Dienst-Villain bei Shaw Brothers, agiert in einer besonderen..., in einer Schlüssel-Rolle. Er sucht subtil den Kontakt mit seinem Feind..., über dessen Sohn, dessen Sifu er wird. Das ist durchdacht, und Fung Hak-On agiert in seiner Rolle ruhig, abgeklärt, beobachtend..., und schwer berechenbar. Interessante und überzeugende Performance...., und ein starker KungFu-Stil.
Wilson Tong agiert als dieser Feind Fung Hak-Ons. Er hat indes nur wenige Szenen. Die Fight-Skills Wilson Tong´s sind hingegen wieder absolut gekonnt...., er ist ja ein ausgewiesener Kampfkünstler..., der einen klassischen Stil pflegt, Schwerpunkt Snake-KungFu.
Die Garde der Gast-Stars ist beträchtlich und lässt Eastern-Fans mit der Zunge schnalzen:
Cheng Kang-Yeh sprach ich bereits an..., dann Phillip Ko, Hausmeister und Banden-Mitglied. KungFu-Kraftprotz Bolo Yeung gibt sich in undankbarer Rolle ein Stelldichein. Chen Hui Min agiert als Casino-Boss und fast unüberwindlicher KungFu-Fighter.
Und die große Dame des Eastern...., Angela Mao. Sie hat leider nur eine kleine Rolle auszufüllen, deutet ihr starkes KungFu aber an..., und zeigt sich hier auch mit dem Schwert als agile Kämpferin. Ich hätte gerne mehr von ihr gesehen. Und sie stand hier im Zenit ihrer Attraktivität. Würde ich Angela Mao von der Bettkante schubsen...? Ja würde ich...., aber nur, wenn ich eine Doppel-Ehe mit Felicia Pochhammer und Roberta Bieling führen würde.... ;-)
Wichtigstes hier, wie in jedem Eastern: Die KungFu-Action, die Wilson Tong selbst choreographierte. Wirklich rassiges, temporeiches und intensives KungFu...., "Snake deadly act" ist ein KungFu-Hit. Eine Mischung aus Drunken Boxing und vor allem Snake-Stil-KungFu...., der von Wilson Tong bevorzugten Technik.
Hartes, reelles KungFu...., viel Abwechselung in den Moves. Und das Finale ist dramatisch.
Was insbesondere gefiel, sind hier die Trainings-Sequenzen zwischen Fung Hak-On und Ng Kwan-Lung..., denn es ist ja auch ein "Schüler-Sifu"-Eastern. Sogar mechanische Apparaturen kommen zum Einsatz...., auch wieder Sit-Ups an der Stange...., sicher als eine Reminiszenz an Jackie Chan und Simon Yuen gemeint.
Doch würde ich nicht sagen, dass Fung und Ng die beiden -Jackie Chan und Simon Yuen- kopieren. Sie finden im Training ihren eigenen Stil..., und Fung Hak-On ist ja nicht so knorrig wie Simon Yuen. Eher sachlich-nüchtern...., zuzüglich einer Mischung aus Kameradschaft und aber auch Strenge. Mir gefielen diese Trainings-Sequenzen, ein Herz-Stück dieses Eastern.
Lange Rede...., "Snake deadly act" ist ein würdiger Vertreter seines Genres..., ein unterhaltsamer Eastern mit gut umgesetzter und leicht nuancierter Story, klasse KungFu und illustrem Cast. Dafür gebe ich gerne 8/10 Punkte.