End of Videodays
Da wollte der gute Dolph seinem Freund und Kontrahenten Arnie wohl etwas vorauseilen und auch auf den okkult-actionreichen „Millennium“-Zug aufspringen… Leider mit ernüchterndem und zurecht nahezu vergessenem Ergebnis! Dabei liest sich alles verdammt verlockend: In „The Minion“ spielt Lundgren einen asskickin' Mönch, der kurz vor der sagenumwobenen Jahrtausendwende nicht weniger als das Armageddon und die Ankunft des Antichristen verhindern soll. In einem weihnachtlichen New York. Inklusive Schlaghandschuhen mit Eisenspitzen dran. Jip. Wie gesagt, es klingt geil - es geht dann aber alles andere als steil…
Hell yeah?! Hell no…
„The Minion“ ist ein Kackfilm. Das kann ich kaum anders ausdrücken. Dolph läuft auf Autopilot, aber er ist hier bei weitem das kleinste Problem. Sein „indianischer“ Sidekick/Love Interest sieht weniger „indianisch“ aus als der Papst. Weder New York noch Jerusalem fühlen sich nach ihren echten Standorten an. Atmosphäre wird hier klein geschrieben. Die Action ist unterbelichtet und die dämonischen Kräfte sind viel zu schwer für dieses mickrige Budget. CGI aus der PSOne-Hölle. Der Film sieht hässlich aus wie die Nacht. Es splattert nicht, es bockt nicht, es rockt nicht, es macht kaum Sinn. Richtig trashig und unterhaltsam schlecht ist das auch nicht. Oder zumindest zu selten. Manch eine „Xena - Warrior Princess“-Episode sah besser aus und hatte viel mehr zu bieten. Das ist kümmerlich. Das kann man sich kaum schönsaufen. Selbst wenn Dolph sogar noch schlechtere Filme machen sollte - aber das heißt wenig und rettet „The Minion“ nicht. Da weiß A nicht was B macht, da greift kaum ein Rädchen mal ins nächste. Das war eine Kirchenglocke in Vatikangrösse, die hier unübersehbar die Videotheken- und Ostblockphase von Dolphs Karriere einläutete. Und bei einer solch coolen Ausgangslage ist das alles fast doppelt ärgerlich…
Jerusalems Finest?!
Fazit: schlechter (Verhindere-die-)Endzeit-Actioner, maximal auf TV-Niveau. Und gemessen an der alles andere als uncoolen Prämisse nochmal schwächer. Ärgerlich, wenig spaßig, ugly und gehuscht - da war sooo viel mehr drin… Da ziehe doch gerne „End of Days“ vor!