1985: Elektriker Ron Woodroof (Matthew McConaughey) säuft und hurt durch die Gegend und konsumiert alle Drogen, die er in die Finger kriegt. Als bei ihm nach einem Arbeitsunfall AIDS diagnostiziert wird, möchte er sich mit seinem Schicksal nur noch 30 Tage zu leben zu haben nicht abfinden und besorgt sich in Mexiko Medikamente, die in den USA nicht zugelassen sind, ihm aber helfen…
Matthew McConaughey (geb. 1969 in Uvalde, Texas) bricht an der Uni von Austin das Jurastudium ab um dort Schauspielkunst zu studieren. Nach Werbespots und Nebenrollen gelingt ihm 1996 der Durchbruch mit Joel Schumachers „Die Jury“, später ist er lange Zeit auf seichte Romantikkomödien, wie „Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen?“ (2003) festgelegt. Nach einer zweijährigen Schaffenspause beweist er 2011 mit den Hauptrollen in „Der Mandant“ und „Killer Joe“ sein dramatisches Talent. Mit „Dallas Buyers Club“, für den sich der Ex-Schönling dramatisch runtergehungert hat, liefert Matthew McConaughey nun sein Meisterstück. Lachend, weinend, pöbelnd und prügelnd spielt er den selbstgefälligen, waschechten Texaner, er einige Zeit braucht um sich mit seinem Schicksal abzufinden, dann aber selbstbewusst den Dallas Buyers Club gründet, wo AIDS-Kranke gegen einen Monatsbeitrag von 400 Dollar mit lebensverlängernden, aber nicht in den USA zugelassenen, weitgehend nicht-toxischen Präparaten versorgt werden. In der Anfangsszene noch ein drogenaffines Machoschwein, das 2 „Wohnwagennutten“ in der Box vögelt, während ein Kollege beim Bullenreiten fast zu Tode getrampelt wird und den ärztlichen Rat eine Selbsthilfegruppe zu besuchen mit den Worten quittiert „Ich sterbe und ihr wollt mich in ein Schwuchtel-Kaffeekränzchen schicken!“, lernt er in den folgenden Monaten und Jahren (!) eine große Lektion in Sachen Toleranz. Nachdem McConaughey 2014 für seine überragende Darstellung bereits mit dem Golden Globe ausgezeichnet wurde, ist der Oscar ein Muss (bei allem Respekt vor Leonardo DiCapro im deutlich schwächeren „The Wolf of Wall Street“, in dem Matthew McConaughey einen grandiosen Kurzauftritt hat). Ebenfalls mit dem Golden Globe ausgezeichnet wird Jared Leto („Lord of War“ 2005, „Chapter 27 – Die Ermordung des John Lennon“ 2007), kaum wiederzuerkennend in seiner ergreifenden Performance als Transsexueller Ryan, der Ron erst anwidert, später aber wegen seiner Top-Connections zum Geschäftspartner des Cowboys wird. Ebenfalls stark agiert Jennifer Garner („Daredevil“ 2003, „Alles in Butter“ 2011) als Ärztin im Zwiespalt.
Der kanadische Regisseur Jean-Marc Vallée („Young Victoria“ 2009) verfilmt die Biografie des realen Ron Woodroof und spart Leid und gesellschaftliche Ausgrenzung der AIDS-Kranken nicht aus, geht aber trotzdem ein todernstes Thema mit einer gewissen Leichtigkeit an, so dass auch Lachen erlaubt sein muss. Vor allem aber großes Schauspielkino! (8,5/10)