Für eine Kurzgeschichte ist die eigentliche Idee der zwei rollentauschenden Doppelgängern recht ok. Als Langfilm der auch noch stark gekünstelten Surrealismus mit einbaut um in irgendeiner Form kunstvoll und anspruchsvoll zu wirken nur durschnittlich bis dürftig. Das Hauptproblem ist, das was man hier in 90 Minuten erzählt, auch locker in 15 hätte erzählen können.
Die viel zu schnell geschnittenen bzw. zu schnell wechselnden Szenen stoßen bei einem Film der ansonsten die Ruhe weg hat ebenfalls übel auf. Das beisst sich irgendwie. Jake Gyllenhaal's ach so tolles Schauspiel zur Unterscheidung des doppelten Lottchens, besteht darin den Uni-Professor mit hängendem Kopf und Stottern darzustellen, während sein Gegenstück die Rübe aufrecht trägt und am Stück ganze Wörter rauskriegt. Vielseitiges Acting sieht da anders aus.
Der Look ist ist aussen (Stadt) dreckig und versmogt und drinnen (Wohnung) gelblich bis dunkel. Das schafft schon irgendwie Atmosphäre, aber nur so circa bis zur Hälfte, da sich optisch einfach zu vieles wiederholt. Ebenso leider auch der Soundtrack, ein rätselhaft ruhiger Score der allerdings in Dauerschleife läuft. Dazu gesellt sich 3-mal unpassende Spinnensymbolik, die so deplaziert wirkt das sich selbst LSD-in-your-TV Erfinder David Lynch im Acid-Rausch umdrehen würde.
Die Lust am Verfolgen der Geschichte verliert man spätestens nach einer Stunde aufgrund dessen, weil nach dem ersten Treffen der Doppelgänger, das Mysterium einfach verpufft ist.
Ein Filmchen welches eigentlich mal wieder mehr sein will als es ist. Einmal gucken ok. Oder am besten gar nicht und dafür einmal mehr "Mulholland Drive" tut es auch.