Review

Dammbruch in D-Moll

Lange Zeit dachte ich Kelly Reichardts „Night Moves“ von 2013 wäre ein Remake des Gene Hackman-Klassikers aus den 70ern, aber dem ist ganz und gar nicht so. Erzählt wird die Geschichte von ein paar motivierten, jungen Umweltschützern, deren Sprengung eines Staudamms schief geht und ein Menschenleben fordert - was die bunte Truppe in eine Krise und Sinnfragen stürzt… 

Night Moves… Slow… Very Slow

Gespickt mit vielen damals noch sehr jungen, mittlerweile sehr bekannten Gesichtern und kommenden Stars, die ihre Sachen top machen. Mit einer „Umweltmessage“, die clever unterlaufen und gleichzeitig gefüttert wird, die ihrer Zeit ein paar Jahre voraus war. Mit Reichardts typischer Ruhe und Entschleunigung… Ist „Night Moves“ (2013) sicher nicht für jedermann und irgendwo im Niemandsland zwischen Hollywoodindie und Arthouse. Trotzdem hat mir „Night Moves“ (2013) gut gefallen. Einiges Geduld und Sitzfleisch muss man mitbringen. Aber dann entblättern sich genug Gedankenspiel und moralische Dilemma. Realistisch, ruhend, radikal in vielerlei Hinsicht. Ein sehr unauffälliger, unterschwelliger und brummender „Thriller“. Man sollte aber mit Reichardts reizendem Rententempo zurechtkommen… 

Fazit: Ein im Grunde starker Film, der sich für meinen Geschmack aber viel zu langsam bewegt, fast rückwärts läuft… Aber diese Entschleunigung und die Konzentration auf's Wesentliche, das gute Schauspiel und die ambivalenten Aussagen, können ja auch gerade heutzutage etwas Erfrischendes haben… 

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