Review zu „Felony“ (2013)
„Felony“ ist eine australische Produktion, bei der Joel Edgerton bis auf Regie quasi alle Zügel in der Hand hält. Er hat den Film produziert, das Drehbuch geschrieben und ist auch Hauptdarsteller des Films. In diesem Film spielt der den Polizisten Malcom Toohey, der einen beruflichen Erfolg mit den Kollegen ordentlich feiert und angetrunken bei der Heimfahrt einen kleinen Jungen auf einem Fahrrad streift. Dieser Junge verunglückt dabei schwer. Die Frage für ihn und 2 Polizisten, die am Tatort die Ermittlungen beginnen ist, wie sie mit dem Fall umgehen.
Wir haben es hier mit einem Film zu tun, der sich stellenweise nicht entscheiden kann, ob er ein Drama oder ein Thriller ist. Dieser „Thriller-Drama-Hybrid“ entscheidet sich dann letztendlich dazu, ein sehr menschliches, moralisches und ambivalentes Drama zu sein. Dabei steht vor allem Joel Edgerton im Fokus, der hier definitiv eine der besten Rollen seiner Karriere spielt. Die Zwickmühle, in der er steckt wird sehr greifbar – Lüge oder Wahrheit ? – Vertuschen oder die Wahrheit mitteilen ? Diese Fragen sind am Ende der Kern des ganzen Films, der über 90 Minuten definitiv sehr entschleunigt erzählt wird und sich Zeit für die zwischenmenschlichen Momente nimmt.Als weitere moralischen Instanzen sind die beiden ermittelnden Polizisten (gespielt von Tom Wilkinson und Jai Courtney) bei der Wilkinson eher für das Vertuschen steht und die Karriere von Edgertons Charakter im Auge hat. Courtney hingegen hat die Wahrheit im Fokus und lässt sich auf eine Beziehung zu der Mutter des Kindes ein. Die Mutter des Kindes ist auch eine Bekannte von Malcolms Frau (gespielt von Melissa George), die ebenfalls zwischen Lüge und Wahrheit hin- und hergerissen ist. Das wird von allen Beteiligten (mit Ausnahme von Courtney) sehr gut gespielt. Die Motivationen und Hintergründe werden auch klar.
Der Film liefert einige moralische Fragen, die er ambivalent beantwortet am Ende zurück lässt.
Doch der Film hat definitiv seine Schwächen – Die im Hintergrund eingebundene Polizeiarbeit in 2 Fällen sind unnötiger Ballast für die Geschichte, die auch in weniger Zeit hätte erzählt werden können. Trotz allem bereue ich es nicht, diesen Film im letzten Jahr in meiner Sammlung aufgenommen zu haben, auch wenn er nicht immer fokussiert ist.
„Felony“ bekommt von mir 7/10 Punkte