Pierce Brosnan spielt einen Unternehmer, der kurz vor seiner Pensionierung steht. Eines Morgens muss er feststellen, dass ein französischer Investor sein Unternehmen finanziell ausgenommen hat, womit seine Altersvorsorge sowie die seiner Mitarbeiter wertlos sind. So auch die seiner Ex-Frau, gespielt von Emma Thompson, die nicht mehr sonderlich gut auf ihn zu sprechen ist. Die beiden beschließen dennoch, gemeinsam nach Frankreich zu fahren und sich das Geld zurückzuholen, selbst wenn sie den Investor dafür ausrauben müssen.
Während die junge Generation dem Kino zunehmend dem Rücken kehrt, ist bei den Alten immer mehr Geld zu holen. Daher werden zunehmend Filme gedreht, an denen auch Oma und Opa Gefallen finden, meistens besetzt mit den Schauspielern der eigenen Jugend, so wie es zuletzt bei „Last Vegas“ oder „Best Exotic Marigold Hotel“ der Fall war. Da die Zielgruppe aber ungern mit ernsten Problemen konfrontiert wird, sind die Filme meist eher auf gediegenen Kurzweil ausgelegt, was mitunter auch für den jüngeren Zuschauer mal ganz nett anzusehen sein kann. Aber nicht, wenn der Film derart seicht daherkommt wie „Wie in alten Zeiten“.
Probleme, Komplikationen oder Schwierigkeiten scheinen den Machern von „Wie in alten Zeiten“ regelrecht fremd zu sein. Dass sich die beiden Geschiedenen bei ihrer Reise nach Frankreich selbstverständlich wieder näherkommen, was natürlich das reinste Klischee ist, wäre ja noch zu verschmerzen, aber auch die übrige Geschichte verläuft einfach zu glatt, um zu überzeugen. Die beiden beschließen, nachdem sie beim französischen Investor erwartungsgemäß abgeblitzt sind, mal eben einen der wertvollsten Diamanten der Welt zu stehlen, obwohl sie auf keinen allzu umfangreichen kriminellen Erfahrungsschatz zurückblicken können. Der Rest ist dann absehbar und wenig einfallsreich, die Figuren allesamt schablonenhaft gezeichnet und das Geschehen damit nicht einmal im Ansatz fesselnd.
Story und Inszenierung halten also keinerlei unerwartete Wendungen oder Kniffe bereit, was auch noch zu verschmerzen wäre, wenn zumindest die Gags zünden würden. Aber auch das ist leider selten der Fall, da sie meist absehbar sind oder schlecht platziert werden. Hinzu kommt, dass auch der Humor allzu seicht und fade daherkommt, es wird für viel zu wenige Lacher gesorgt. Joel Hopkins, der mit „Liebe auf den zweiten Blick“ bereits im Genre tätig war, versucht zu krampfhaft einen gefälligen Film zu drehen, der nirgendwo aneckt, sorgt somit aber nur für gepflegte Langeweile. Dagegen können auch Emma Thompson und Pierce Brosnan, die spielfreudig, charmant und überzeugend agieren leider nichts ausrichten. Immerhin hatten die beiden scheinbar Spaß an der dürftigen Komödie.
Fazit:
“Wie in alten Zeiten“ will vor allem gefällig und sympathisch sein, aber ganz ohne Ecken, Kanten, Charaktere und Wendungen funktioniert auch eine Komödie eben nicht. Erschwerend kommt hinzu, dass auch der Humor sehr seicht ist, sodass die Rentnerkomödie trotz der spielfreudigen Darsteller den Kinobesuch definitiv nicht wert ist.
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