Musikfreunde werden sich möglicherweise noch an das vermeintlich lesbische Russenduo "t.A.T.u." erinnern können, welches anno 2002 mit "All the Things She Said" einen Welthit landete. Es gab die Rothaarige und die mit den kurzen schwarzen Haaren, nämlich Julija Wolkowa. Letztgenannte, um nun eine Brücke zum vorliegenden Zombiefilm zu schlagen, spielt hier mit.
Der Wissenschaftler Dr. Dudikov findet nach dem Einschlag eines Feuerballs eine ominöse Kapsel, die über Umwege im Labor geöffnet wird, wodurch die dort Anwesenden zu Zombies mutieren. Kurz darauf überfallen die Infizierten einen Strand, wo Loser Ivan und ein paar Freunde abfeiern wollten...
Schlichte Zeichentrickeinlagen, die einem bereits beim Vorspann um die Ohren gehauen werden, verheißen meist nichts Gutes und tatsächlich kann sich das Debüt des Russen Kirill Kemnits in keiner Weise von üblichen Zombiefilmen abheben. Vielmehr liefert er die geballten Klischees, wie den Verlierertypen, der in der Krisensituation über sich hinauswächst, den üblichen Querschläger, den Kriegsveteran und natürlich mindestens einen Typen, der nur unterhalb des Bauchnabels denken kann.
Zwar lässt die Verbreitung der Seuche nicht lange auf sich warten und jene in einer Karate-Schule ist auch durchaus unterhaltsam ausgefallen, doch Kemnits schafft es kaum, seiner Erzählung den notwendigen Drive zu verleihen, zumal einige Comic-Inserts völlig deplatziert wirken und nahezu jede zweite Actionszene in Zeitlupe irgendwann eben nicht mehr stylisch rüberkommt. Ein hohes Tempo und viel Bewegung kaschieren demgegenüber zwar einige inszenatorische Mankos, doch die stümperhaften CGI fallen dennoch ins Auge.
Splatterfans erhalten in diesem Zusammenhang ein paar Bisse, blutige Einschüsse, abgetrennte Köpfe, eine Machete im Schädel und abgetrennte Gliedmaßen, wobei die handgemachten Effekte in Ordnung gehen, während das spritzende Blut per Computer eben nicht zu überzeugen weiß.
Storytechnisch wird demgegenüber kaum für Abwechslung gesorgt, denn die Gruppe Überlebender bewegt sich recht ziellos durch die Gegend, trifft ab und an auf Infizierte und wehrt sich entsprechend, es bleibt aber noch Zeit für Wodka und Koks, während ein paar Vogelperspektiven, welche Hunderte von Zombies erfassen, immerhin so etwas wie eine Endzeitatmosphäre schüren.
Ansonsten werden mittelmäßige bis schwache Performances geboten, der Score dröhnt phasenweise etwas zu sehr im einfältigen Rock-Bereich, das Make-up der Infizierten sieht okay aus, nur der vage eingestreute Humor fällt über weite Teile zu plump aus, obgleich ein Hundefriseur mit dem Namen "Doggy Style" durchaus was für sich hat.
Bis auf eine völlig groteske Finalszene bietet dieses russische Zombieabenteuer zu wenig Abwechslung, bindet kaum erinnerungswürdige Einzelmomente ein und scheitert vor allem daran, sich mit vielen Klischees und Banalitäten zu begnügen, anstatt mit kreativen Ideen und bissigem Humor zu überzeugen. Für hartgesottene Genrefans okay, von peppigen Komödien wie "Zombieland" jedoch meilenweit entfernt.
4,5 von 10