Hans Christian Blech war jahrzehntelang ein Qualitätsgarant: mir ist kein einziger schlechter (oder auch nur mittelmäßiger) Film bekannt, in dem er mitgespielt hätte. So sind denn auch die wenigen Filme, in denen er eine Hauptrolle spielte, eine Klasse für sich.
In "Der Leuchtturm" spielt H. Chr. Blech nahezu alleine: der Film ist ein Psychogramm eines Strafgefangenen, der seine langjährige Haftstrafe völlig isoliert als Leuchturmwärter auf einer winzigen Insel weit draußen im Meer verbüßt. Der einzige, menschliche Kontakt sind Vollzugsbeamte, die zwecks Versorgung mit Lebensmitteln und Betriebsmitteln für den Leuchtturm einmal pro Jahr auf die Insel kommen.
Der Gefangene meistert sein Schicksal fast bis zum Ende seiner Haftzeit, in dem er unter anderem eine zufällig mit den Lebensmittellieferungen auf die Insel gekommene Ratte domestiziert. Letztlich zerbricht er aber doch psychisch an der unmenschlichen Isolationshaft.
Dass H. Chr. Blech auch diese höchst anspruchsvolle Rolle glaubhaft und eindringlich spielt, ist bei diesem Schauspieler fast selbstverständlich. Um so unverständlicher ist es für mich, dass dieser grandiose Film insgesamt fast völlig in Vergessenheit geraten ist. "Der Leuchtturm" ist einer der eindrucksvollsten Filme, die ich je gesehen habe.