Wenn ein Originalfilm mit dem Spruch "Es kann nur einen geben!" wirbt, dann soll man sich gefälligst daran halten, obwohl der Original-"Highlander" von einer Fantasy-Abenteuer Qualität war, die nach einem zweiten Teil geradezu schrie.
Dennoch tut der zweite Teil alles, um seine Fans zu verprellen, obwohl man sich im Vorfeld Mühe gegeben hat, die Erfolgszutaten zu konservieren. Lambert ist wieder dabei, Connery trat auch noch einmal an, Russell Mulcahy durfte wieder sein visuelles Talent in die Waagschale werfen, das sah extrem vielversprechend aus.
Und los ging es mit den Fehlern.
Zunächst einmal sah man sich gezwungen, für eine Fortsetzung (es gab ja nun keine anderen Unsterblichen mehr), die Hintergründe des Fluchs, bzw. des Preises zu erklären. Nur so schien es möglich, neue Unsterbliche als Gegner zu generieren. Doch anstatt die Fantasybasis mit dem Horrortouch auszubauen, (der Preis zeigte Lambert am Ende von Teil 1 ja von energetischen Dämonen attackiert, die er schließlich abschütteln konnte), verlegte man sich ungeklärterweise auf Science Fiction.
Die Unsterblichen sollten nun von einem fernen Planeten verbannt sein und ein simpler Bösling war daran Schuld. Was es mit den Dämonen auf sich hatte, wird komplett fallengelassen, stattdessen reist nun der Finstermann auf unseren Planeten. Dort hatte man ebenfalls einen munteren 30-Jahre-Sprung gemacht und sich der Ozonschicht angenommen, die gerade brandaktuell war.
Das Ergebnis war dann eine Materialschlacht, die wie von "Blade Runner" geklaut zu sein scheint, was die Optik angeht.
Ist der Kapitalismus-vs-Ökologie-Touch noch brauchbar, wird die weitere Handlung zunehmend wirrer, wenn Connery einfach zurückgerufen werden kann (wie auch immer), um später genauso geheimnisvoll wieder zu verschwinden. Michael Ironside bietet gleichzeitig eine gute Grundlage als Kurgan-Ersatz, übertreibt es aber dermaßen schamlos, daß sich interessante Ansätze (rund um die korrupte Gesellschaft, die den Himmelsschild betreibt) gar nicht erst entwickeln können.
Und als es dann endlich final zur Sache gehen soll, verpufft der mögliche Effekt in einem viel zu kurzen und langweiligen Schlußkampf. Über den am Schluß im Sternenglanz schwebenden Retter der Erde wollen wir uns lieber ganz ausschweigen.
Was man bis dahin gesehen hat, waren diverse nette Explosionen, eine unwahrscheinliche U-Bahnfahrt, ein paar heftige Kloppereien und diverse SF-Bezüge, von denen im ersten Teil keine Spur war, da keiner der Unsterblichen seine Herkunft kannte und Lambert in der Schlußszene ebenfalls noch keine Peilung davon besaß.
Was den Film manchmal erträglich macht, ist sein düsterer Look und einige Oneliner von Connery, der die nötige Lässigkeit und Klasse hat, die dem ganzen Produkt voll abgeht.
Es steckte eine Menge Potential in dem Konstrukt "Highlander" - hier wurde so ziemlich alles kaputtgemacht, so daß alle weiteren Fortsetzungen, sich auf blasse Kopien des Originalskripts verließen. Was die Sache nicht besser machte. Wenn man von einer Reihe wirklich nur den ersten Teil sehen darf - dann ist das bei "Highlander" der Fall. (4/10)