Highlander II - Die Rückkehr (Ot. The Quickening), 1991 v Russell Mulcahy
Nach dem unerwarteten Erfolg von Highlander im Jahre 1986 drehte Russel Mulcahy mit Christopher Lambert und Sean Connery eine Fortsetzung. Im Jahre 1991 kam Highlander II - The Quickening (dt. Titel die Rückkehr) in die Kinos. Er wurde der erfolgreichste Film der Reihe, was inhaltich und in Bezug auf Qualität aber alles andere als gerechtfertigt war.
Die Geschichte setzt in den 90ern an. 1994, die Ozonschicht ist zerstört. Fünf Jahre päter umgibt die Erde dank Macleod's Hilfe ein Schutzschild der die Menschen vor der Sonne schützt. Im Jahr 2024 leben die Menschen seit 24 Jahren unter dem Schild, Macleod ist mittlerweile ein alter Mann und erinnert sich an seine Herkunft. Er stammt nicht etwas aus den schottischen Highlands, sondern findet seine Herkunft auf dem Planeten Zeist, von dem er und Ramirez (Connery) einst wegen einem Aufstand gegen General Katana (Ironside) verbannt und auf die Erde geschickt wurden. (Highlander 1) Als Katana über 500 Jahre nach Connors Verbannung bemerkt das dieser noch lebt, setzt er alles daran um diesen tot zu sehen..
Eines vorweg, ich halte Mulcahy für einen guten Regisseur und Lambert, Connery und Ironside für gute Schauspieler aber wieso bitte haben sie bei diesem Machwerk unterschrieben? Nicht umsonst wird der Film sowohl von den Produzenten sowie den Darstellern und Fans als inoffiziell und nicht Teil des Kanons der Highlander-Saga gesehen. Hier wird auf hirnrissige Art und Weise praktisch alles entmystifziert was den ersten Film so großartig machte. Sowohl Macleods Herkunft als auch das ganze Zukunfts-Setting funktionieren hier gar nicht. Der Film driftet dabei immer wieder in Peinlichkeiten und Absurditäten ab, die den Zuschauer beinahe verzweifeln lassen. Unpassende Sprüche die an den ersten Film erinnern sollen, das möglichst aufgesetzt und unpassend auf die Leinwand gebracht. Zwei Freaks als Handlanger des Antagonisten die der Bezeichnung "Außerirdische" definitiv die Bedeutung geben die angebracht ist. Bill Panzer der hier die Geschichte schrieb muss nicht ganz bei Verstand gewesen sein als er das schrieb. Als die Handlanger Macleod dann noch auf Hoverboards verfolgten, verlor der Film mich eigentlich ganz.
Auch optisch kann der Film so gar nicht überzeugen. Er wirkt in übertriebenem Maße künstlich, dunkel und absolut unschön anzusehen. Der visuelle Aspekt des Film ist also auch ein Reinfall. Lediglich eine Gebirgsaufnahme im Film gefällt aber die ist auch so kurz und unbedeutend, das sie nicht ins Gewicht fällt. Das war absolut gar nichts. Auch das das heruntergekommene 'Ghetto'-Setting wirkt total Ende der Welt-mäßig, funktioniert im Film aber gar nicht weil gefühlt alles total belanglos ist. Dem Film fehlt in vielen oder gar allen Belangen die nötige Substanz.
Bevor ich weiter kritisiere aber erst einmal die positiven Dinge. Lambert wollte aus der Produktion aussteigen. Leider schaffte er es nicht. Dennoch lieferte er hier eine solide Leistung ab und machte ähnlich wie Connery das beste drauß. Letzterer hat vielleicht auch die besten Szenen im Film und liefert schon bei seinem ersten Gegenwartsauftritt einige schöne Momente ab die gleichzeitig auch das wenig Positive am Film sind. Michael Ironside funktioniert hervorragend als Katana. Sein Overacting geht auf, wenn gleich er auch ein bisschen wie ein Klon des Antagonisten aus dem Erstling wirkt, weiß er zu überzeugen. Vermutlich könnte es aber auch so sein, das ich versuche nach allem Positiven zu greifen das dieses Werk zu bieten hat, das ist nicht viel. Er bekommt in vielerlei Hinsicht sogar aufgezwungen ähnlich zu Kurgan zu sein. Das wirkt zwar plump und einfallslos, unterhält aber trotzdem. Virginia Madsen als Love Interest für Macleod ist eine Augenweide und hat im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin auch den interessanteren Charakter, der aber auch kaum genutzt wird.
Der Film bietet keinen sonderlich guten oder auffälligen Soundtrack, hat zwar die 'Erneuerungen' eindrucksvoll 'aktualisiert' und mit neuen, spektakulären Effekten versehen, dafür aber auch keine guten Actionsequenzen. Viele nette Dinge, die gleichzeitig aber zu viel Negatives mit sich bringen. Selbst der Endkampf ist absolut lahm, kurz und unbeeindruckend.
Bei der Story, die definitiv alles andere als würdig oder gut ist, hapert es auch an sämtlichen Ecken und Kanten. Nicht nur die Tatsache das man zu Beginn des Films binnen 10 Minuten Laufzeit gleich 2 oder 3 Zeitsprünge hat die total schlecht getimt wirken, nein, auch sonst springt der Film in der Handlung hin und her, bringt die Hauptfigur an Orte von denen der Zuschauer null Ahnung hat was er da zu suchen hat oder dergleichen. Oft wirkt es einfach nur armseelig zusammengeschnitten sodass vieles keinen sinn ergibt. Mulcahy konnte den Film nach dem Dreh ja nicht einmal selber zurecht schneiden sodass er keine Wahl hatte außer bei der Premiere bereits nach 15 Minuten den Saal zu verlassen. Traurige Geschichte aber bei den wenigen guten Sachen geht Highlander 2 für mich definitiv als eine der schlechtesten Fortsetzungen aller Zeiten in die Filmgeschichte ein, zurecht.
Kein Wunder das der dritte Film der Reihe diesen hier komplett ignoriert und unter dem Arbeitstitel "Highlander - The Apology" gedreht wurde. Zwar wirkt der Film oft wie ein Remake des Erstlings aber was blieb den Leuten nach der Katastrophe, dem Totalausfall der 2 war noch übrig außer den Leuten eine aktualisierte Fassung von dem zu geben, was sie geliebt haben?
HIGHLANDER 2 ist bis auf die Leistung der Hauptdarsteller, die sich wohl auch gefragt haben was zur Hölle das soll, den neuen 'Quickenings' (Erneuerungen) und 1, 2 wenigen Einstellungen ein Akt der Gewalt gegenüber dem ersten Film. Highlander 2 ist vermutlich der Grund weswegen die Reihe viel zu oft schlechter weg kommt als sie eigentlich ist. Es kann nach diesem Film nur besser werden und das sollte es dann auch..
Bezogen auf Highlander 1 und 2 ein schönes Zitat aus dem Film:
"Es gibt ein paar Menschen auf dieser Welt, die wissen was man aufhören muss. Und es gibt ein paar die es nicht wissen. Zu welcher Sorte gehören Sie?"
Die Antwort dürfte relativ klar sein, wenn man Highlander 2 ansieht.
2/10