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Zu einem nicht genannten Zeitpunkt, erreichen drei völlig unterschiedliche Personen ein Städtchen in der französischen Kolonie Marokko. Der Soldat der Fremdenlegion Tom Brown, von Gary Cooper prominent dargestellt; der steinreiche französische Geschäftsmann Le Bessier sowie die von Marlene Dietrich ebenfalls namhaft vertretene Amy Jolly, eine Barsängerin, die ihr Glück in Marokko versuchen will. Wie es der einfallsreiche Zufall der Buchvorlage so will, steht Amy natürlich von Anfang an zwischen den beiden Männern, die von ihrem selbstbewussten Auftreten fasziniert zu sein scheinen...
"Marokko" ist ein uralter Film, von dem man keine Bandbreite an Innovationen zu erwarten hat, die einen heute noch erwähnenswert vom Hocker reißen könnten. Doch auch für die damalige Zeit ist das Drehbuch einfallslos und die Story plätschert ihren vorhersehbaren Lauf über die 88 Minuten Laufzeit des Streifens drauflos. Der Film geht ob seiner recht kurzen Länge recht ausführlich auf Amys Rolle als Barsängerin ein, wobei aber leider nennenswerte Gespräche, die die Liebe beider Männer zur Amy besser charakterisieren würden, zu kurz kommen. So bleibt die Liebesgeschichte nur sehr dünn und erst als Tom zum militärischen Einsatz berufen wird, kommt es zum Einsatz von Dramaturgie. 
So bleibt Marokko aus heutiger Sicht ein sehr konventioneller und vorhersehbarer, kaum überraschender Romantikfilm, der höchstens arg nostalgischem Blick ernsthaft trotzen kann. Auch wenn sich der Ruf von Sternbergs „Marokko“ sicherlich über eine beträchtliche Zeit halten konnte, kann der Film heutzutage kaum noch Akzente setzen.Zur Erweiterung der klassischen Allgemeinkenntnisse kann man sich den Film gut ansehen, einen cineastischen Höhepunkt à la Casablanca sollte man aber nicht erwarten. Da auch die darstellerische Leistung hinter dem gemessen an späteren Werken der Schauspieler gesetzten Zenit zurückbleiben, gibt es durchschnittliche fünf von zehn Punkte.


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