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Mit "Die Brücke" schuf Regisseur Bernhard Wicki bereits 1959 einen der wohl eindrucksvollsten Antikriegsfilme überhaupt. Er schildert den aussichtlosen und zugleich vollkommen sinnlosen Kampf einer Handvoll Kindersoldaten des letzten Aufgebots, bewaffnet lediglich mit Panzerfäußten, Karabiner und MGs, die durch eine unglückliche Verkettung von Umständen eine strategisch bedeutungslose Brücke irgendwo an der Westfront befehlsgemäß gegen die vorrückenden Amerikaner verteidigen. Doch aus anfänglicher Euphorie und Todesverkennung wird alsbald tödlicher Ernst und erst als Freunde fallen, kommen den Jungen Zweifel an ihrem wahnwitzigen Tun. Krieg ist kein Kinderspiel, doch die Erkenntnis kommt meist zu spät - wie für zig Tausende junge Menschen dieser Zeit.

"Die Brücke" zeigt das sinnlose Sterben in beeindruckend nüchternen, schwarz-weissen Bildern, die dennoch unter die Haut gehen. Hier gibt es kein Heldentum, nur unendliches Leid sowie zerbrochene Illusionen unter den bis vor kurzem so lebensfrohen Jugendlichen und den hilflos zurückbleibenden Angehörigen. Eindringlich gespielt (hier und da vielleicht etwas überspitzt, typisch für die Entstehungszeit), für die zur Verfügung stehenden Mittel toll inszeniert und als abschreckendes Plädoyer gegen den Krieg gehört Bernhard Wickis "Die Brücke" zu jenen Filmen, die jeder einmal gesehen haben sollte. Auch fast ein halbes Jahrhhundert nach seiner Entstehung ungebrochen ergreifend und abschreckend. Ein Meisterwerk des deutschen Films...

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