Review

kurz angerissen*

Stilvoller Bilderrausch mit ausgefallenen Kameraperspektiven, sättigenden Spezialeffekten und dem Anspruch, die Klischee-Verkrustungen des Vampirfilms so flächendeckend wie irgend möglich aufzuklopfen. Ähnlich „Durst“ entpuppen sich die Relikte vampirischer Symptome als Mutationen oder Weiterentwicklungen der Klassiker um Knoblauch und Fangzähne. In der Sorgfalt um die visuelle Komposition schrumpft allerdings auch der Gruselfaktor proportional; aussterbende Relikte des 00er-Japanohorrors um „The Grudge“ (dessen Macher auch mitproduzierte) vollziehen ein paar letzte Zuckungen, allenfalls lässt sich der kalte Hauch eines Abstraktionskünstlers wie Shinya Tsukamoto („Tetsuo“, „Nightmare Detective“) noch erahnen, davon abgesehen jedoch fristet der Blutdruck binnen 100 Minuten ein recht ebenmäßiges Dasein.

Überraschend fällt das durch die VFX verknüpfte Mr.-Vampire-Tribut allenfalls in Bezug auf den Regisseur aus – dieser ist nämlich Debütant auf seinem Gebiet und eigentlich Canto-Pop-Sänger. Bei solchem Labeling würde man kaum ein so hohes Maß an Experimentiervermögen erwarten, selbst wenn „Rigor Mortis“ am Ende doch einen weniger avantgardistischen Effekt ausübt als seine Verpackung zunächst verspricht.

*weitere Informationen: siehe Profil

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