Review

In letzter Zeit schätzen Filmfreunde die Österreicher primär aufgrund ihrer ungeschnittenen Fassungen von Horrorfilmen härterer Gangart, doch Regisseur Marvin Kren dürfte sich nach seinem Debüt "Rammbock" und dem vorliegenden Streifen bald ebenfalls einen guten Ruf erarbeitet haben.

Vier Klimaforscher um Janek finden in den Gletschern der Alpen eine merkwürdige rote Substanz und untersuchen diese in ihrer Klimastation. Kurz darauf entdeckt Janek einen mutierten Fuchs und will daraufhin seine Ex Tanja warnen, die sich am nächsten Tag mit der Ministerin im Schlepptau angekündigt hat. Doch beim Fuchs bleibt es nicht....

Kren liefert mit seinem zweiten Langfilm zwar einige trashige Momente ab, doch in erster Linie baut er eine sehr intensive Atmosphäre auf, welche vor allem durch die Bergkulisse lebt.
Zwischen eisiger Einsamkeit und majestätischer Rauheit erinnert die Stimmung zwar ein ums andere Mal an "Das Ding aus einer anderen Welt", doch mithilfe einiger gelungener Luftaufnahmen, kleinen Nebeleffekten und effektiven Halbdistanzen entsteht eben jene bedrohliche Unbekannte, welche sich durch die erste halbe Stunde zieht.

Janek entpuppt sich zwar als kleiner Säufer, doch im Ernstfall behält er einen klaren Kopf und trifft weitgehend kluge Entscheidungen, während sich die Ministerin als resolute Kämpferin herauskristallisiert. Ein wenig Drama und Zwischenmenschliches wird zwar beiläufig angerissen, doch im Fokus steht die Bedrohung durch die unbekannten Mutationen, auch wenn damit ein paar hanebüchene Evolutionstheorien einhergehen, denn mit wahnwitzigen DNA-Kreuzungen entstehen letztlich so bizarre Viecher wie ein Falke mit Skorpionstachel, welche sich über die Meute hermachen.

Glücklicherweise verzichtet Kren weitgehend auf Computereffekte, denn die mutierten Viecher sind größtenteils Puppen, wobei einige Tiertrainer ebenfalls ein wenig zu tun hatten. Kreaturen wie eine Riesenassel, ein bulliger Steinbock oder der Skorpionfalke sorgen für kleinere Bluteinlagen, während das Make-up und einige Maskeneffekte durchaus gelungen sind. Auch der Score erweist sich als effektiv, denn in seiner Zurückhaltung unterstreicht er die leicht klaustrophobische Stimmung adäquat.

So klingen unheimliche Geräusche aus einer Höhle, ein Stich im Nacken hat ungeahnte Folgen, ein Bodyguard ist auch nicht immer verlässlich, vorm Pinkeln sollte man grundlegend auf den Boden blicken und ein Satellitentelefon stets in Reichweite sein.
Natürlich gewinnt das Drehbuch keinen Innovationspreis und es könnte durchaus etwas actionreicher zur Sache gehen, doch demgegenüber performen die meisten Mimen okay und weitgehend glaubwürdig und auch handwerklich schaut der Streifen kaum wie eine Independentproduktion aus.

Die Mischung aus Tierhorror und Alpen-Klaustrophobie, gepaart mit etwas "Alien" und einem Hauch Öko-Kritik leistet sich kaum Durchhänger, punktet mit einer über weite Teile dichten Atmosphäre und liefert einen deutschsprachigen Beitrag, der sich hinter ähnlich gelagerten Produktionen aus Übersee definitiv nicht verstecken muss.
7 von 10

Details
Ähnliche Filme