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Wenn einem als Trashfilmer zwischenzeitlich ein wenig die Ideen ausgehen, sucht man sich eine ordentliche Handvoll Trailer zusammen, lässt diese von einer halbnackten Blondine präsentieren und fasst das Sammelsurium unter dem Oberbegriff "Jungfrauen" zusammen.
Beileibe kein Geniestreich von Vielfilmer Charles Band, jedoch ein halbwegs unterhaltsamer Zeitvertreib für Fans des Grindhouse der Siebziger.

Nikki Leigh präsentiert uns genau 30 Trailer, welche sich mehr oder minder mit dem Thema Jungfrauen auseinandersetzen: Weibliche Jungfrauen, männliche Jungfrauen, Gründe um Jungfrau zu bleiben, wer jagt Jungfrauen und Revenge of Virgins. Die Filmschnipsel mit teils auffällig in Mitleidenschaft geratenem Bildmaterial umfassen nur wenige bekannte und überwiegend unbekannte Filmvorschauen von 1953 bis 1984, von "A Virgin in Hollywood" bis zu "Straße der Gewalt", wobei auch zwei skurrile Trailer eines gewissen Hans Billian enthalten sind, der von Softsex zu Hardcore wechselte und in den Siebzigern so unterirdische Brüller wie "Die Jungfrauen von Bumshausen" oder Liebesjagd durch 7 Betten" ablieferte.

Entsprechend erhält man als Horrorfan nur gelegentlich Genrematerial, wobei die jeweiligen Filmausschnitte genügend über die gesamte Qualität des entsprechenden Streifens aussagen und man demnach so Klopse wie "Die Axt", "Invasion of the Bee Girls" oder "The Dead are Alive" problemlos vergessen kann, während Rachestreifen wie "Die Frau mit der 45er Magnum" oder "Thriller - Ein unbarmherziger Film" schon eher Lust auf mehr machen.
Nach welchem genauen Konzept die Clips ausgewählt wurden, erschließt sich letztlich nicht, nur dass sich viel nackte Haut, sensationslüsterne Sprecher und billige Latexmasken die Klinke in die Hand geben.

Letztendlich liefert Band eine recht harmlose, wenn auch nicht gänzlich uninteressante Trailersammlung ab, die im Zusammenhang zwar nur wenig Sinn ergibt und lediglich mit banalem Geschwafel der leicht bekleideten Frau Leigh kommentiert wird, doch die geballte Ladung unprofessioneller Filmemacher und übler Mimen lässt den Filmfreund durchaus auch mal schmunzeln. 71 Minuten Abwechslung, jedoch nicht wirklich neue Erkenntnisse rund um das Thema Jungfrauen im Film.
6 von 10

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