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Woody Allen ist nicht nur eingefleischten Filmkennern ein Begriff und gehört seit jeher zu den, sowohl von Kollegen als auch Schauspielern meistgeschätzten Regisseuren unserer Zeit. Auch als Darsteller, meist in seinen eigenen Filmen, machte er sich einen Namen und schafft es nach wie vor die Massen zu unterhalten. Doch wirklich viel über den Menschen Woody Allen, angefangen mit seinem bürgerlichen Namen Allan Stewart Konigsberg, sowie sein Leben, mal abgesehen von seinem skandalösen Liebesleben, weiß man nicht.

Ich muß gleich mal sagen, das ich nun überhaupt kein Fan von Woody Allen und seinem Schaffen bin und die meisten seiner bekanntesten Filme nie gesehen habe, weil mich die Thematiken wenig interessieren oder ich einfach zu wenig neurotisch bin. Interessant finde ich eher Woody Allen als Person und nicht als Filmmensch. Diese Biographie gibt es ja in zwei verschiedenen Varianten, die zum 80. Geburtstag auch beide im Free TV liefen. Die 90minütige Kinoversion mußte aber reichen, die Fernsehfassung ist mit über drei Stunden sogar noch doppelt so lang. Hardcore Fans sollten natürlich diese bevorzugen, zum schnuppern reicht jedoch der kurze Trip.
Die Doku bringt dabei natürlich im Grunde das, was sie bringen muß, Lebensgeschichte, Ausschnitte aus den wichtigsten Filmen, Interviews mit Familie und Weggefährten, aber zwei Punkte wurden doch etwas vernachlässigt. Die Statements sind insgesamt gesehen doch eine ziemliche Lobhudelei. Man sagt Allen ja nicht immer unbedingt nach für Schauspieler ein einfacher Partner zu sein, aber hier strahlt jeder der vielen Topstars und lobt den Maestro über den grünen Klee. Das wirkt doch alles sehr unkritisch.
Auch das unrühmliche Ende der Beziehung zu Mia Farrow wird nur gering angerissen. Die persönliche Beziehung zu deren Stieftochter hat zwar eher Boulevard Charakter und im Grunde auch nichts mit dem Filmschaffen zu tun, gehört für mich aber zu einem Gesamtüberblick doch auch dazu.
Ansonsten bietet die Doku solides Infotainment mit vielen Information, die die meisten wohl noch nicht kannten (benutzt seit 64 Jahren seine deutsche Schreibmaschine, Computer hin oder her), zahlreiche Anekdoten liefert der Meister selbst mit trockenem Wortwitz und es herrscht allgemein eine lockere Stimmung. Ich denke aber das hier doch ein wenig geschönt wurde.
6/10

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