Bei "Stirb langsam - Jetzt erst recht" nahm wieder John McTiernan (Predator), Regisseur des Originals, auf dem Regiestuhl Platz und schickt seinen Helden John McClane in ein abwechslungsreiches Action-Abenteuer, das sogar noch um einiges besser ausfällt als der zweite Teil.
John McClane (Bruce Willis) ist wieder da. Verwahrlost, im Vollrausch, untauglich für den Polizeidienst. Doch dann will ihn der Chef einer internationalen Terroristenbande als Gegenspieler. Simon (Jeremy Irons), der Bomben in New York legen lässt, spielt mit McClane Katz und Maus. Der intelligente Terrorist plant den größten Goldraub aller Zeiten, und will Rache, denn McClane hat Simons Bruder bei der Nakatomi-Besetzung in Los Angeles getötet. Unerwartete Hilfe erhält McClane von dem farbigen Ladenbesitzer Zeus (Samuel L. Jackson)...
Bruce Willis (Hostage - Entführt) agiert hier zum dritten Mal in der Rolle, die ihn zum Star machte. Diesmal macht er als McClane sowohl schauspielerisch als auch actionsmäßig eine etwas bessere Arbeit als in der ersten Fortsetzung. Der lokale Schurke wird von Jeremy Irons (Königreich der Himmel) gemimt, der zwar nicht ganz so gut ist wie Alan Rickman, aber dennoch mehr zu bieten hat als William Sadler. Ebenso wie sein Filmbruder ist er ein eiskalt kalkulierender Psychopath, der McClane ebenbürtig ist. Diesmal wird mit Samuel L. Jackson (xXx² - The next Level) Bruce Willis abermals ein farbiger Sidekick zur Seite gestellt, der im Gegensatz zu Al Powell - Darsteller Reginald Veljohnson nicht mehr indirekt mit ihm agiert, sondern fast immer an seiner Seite ist. Eine ordentliche Performance, die Jackson hier abliefert. Und einen schwarzen Rassisten sieht man im Film auch nicht alle Tage. Mit Jacksons Charakter nimmt der Film zudem buddy movie-ähnliche Formate a'la "Lethal Weapon" und "Last Boy Scout" an.
War in den beiden Vorgängern McClanes Handlungsspielraum mehr oder weniger begrenzt, so steht ihm in "Stirb langsam - Jetzt erst recht" ganz New York zur Verfügung. Nach Los Angeles und Washington also nun der Big Apple. Hier wird auch Bezug auf die ersten Terroranschläge auf das World Trade Centre von 1993 genommen und McTiernan spielt hier durch Simons Bombenattentate mit diesem Realitätsbezug. Im Vergleich mit den Anschlägen von 2001 sind Simons Taten allerdings kalter Kaffee. Jedoch dienen bei Simon die Attentate nur als Mittel zum Zweck, was man während des Films erfährt. Die Handlung ist hier auch etwas mehr durchdachter und spannungsreicher als in den Vorgängern, was wohl auch ein Verdienst von Drehbuchautor Jonathan Hensleigh ist, der letztes Jahr bei "The Punisher" auch zum ersten Mal Regie führte. Zwar kommen bekannte Charaktere wie McClanes Frau, der nervige Reporter und Al Powell nicht mehr vor, was aber nicht allzu schlimm ist. Ist der dritte Teil den vorherigen Teilen bezüglich Handlung und Schurke im Vorteil, so werden hier jedoch beim Härtegrad Abstriche gemacht, der diesmal etwas harmloser ausfällt. Zwar gibt es genügend Gegner, die McClane ins Jenseits zu schicken hat, doch geschieht das meistens nur im Off oder wird lediglich angedeutet. Bemerkbar macht sich das bei der Action-Szene im Fahrstuhl, der Autoverfolgung inklusive Shoot-Out sowie der Exikution von Simons Handlanger und Bombenleger. Dennoch fallen die Abstriche beim Härtegrad noch nicht so drastisch aus, wie das heutzutage bei vielen Filmen der Fall ist. Denn es gibt Zweikämpfe, Shoot-Outs und Verfolgungsjagten, die Spaß machen. Auch der Humoranteil wurde nun in die Höhe geschraubt, was man nicht zuletzt der Teilnahme von Samuel L. Jackson und Hensleighs Skript zu verdanken hat. Die Locations hat man mit Manhatten sowie dem Schiff gut gewählt, was auch einen abwechslungsreichen Handlungsablauf ermöglicht. Ein wenig stört hingegen die deutsche Synchronstimme von McClane, da diese hier nicht von Manfred Lehmann ist. So klingt McClane eher wie die Synchronstimme von Arnold Schwarzenegger. Allerdings ist das nur ein geringer Abbruch der guten "Die Hard"-Atmosphäre.
Im Endeffekt ist "Stirb langsam - Jetzt erst recht" eine mehr als würdige Fortsetzung. Ob es bei einer "Stirb langsam"-Trilogie bleibt, ist abzuwarten, da ein vierter Teil in Planung ist. Abzuwarten bleibt dann auch, ob diese eventuelle Fortzetzung sich mit dem hier besprochenen dritten Teil sowie den Vorgängern messen kann. Eine erneute Regieteilnahme von McTiernan lässt daran aber nur wenige Zweifel übrig, da sich der Mann schließlich mit der Reihe bestens auskennt. Braucht man also nur noch einen begabten Drehbuchautor und (selbstverständlich) Bruce Willis. Dann kann eigentlich nix mehr schiefgehen.