Mit seinen 90 Millionen Dollar Produktionskosten war " Stirb Langsam - Jetzt erst recht " der bis dato teuerste Teil der Reihe. Nur Teil vier kostete ungefähr noch 20 Millionen mehr. Aber man brach an den Kinokassen jegliche Rekorde, trotzdem mussten wir Fans zwölf Jahre auf den vierten Teil warten. Mit John McTiernan kam der Regisseur des Originals wieder zurück, dafür waren hier mit Andrew Vajna, Buzz Feitshans und Robert Lawrence ganz andere Produzenten am Werk. Das Drehbuch schrieb Jonathan Hensleigh (Regisseur bei The Punisher).
Ganz New York wird von dem Terrorist Simon Gruber (Jeremy Irons) bedroht. Der hat sich einen klugen Plan ausgedacht, um die Stadt zu erpressen und sich gleichzeitig noch an John McClane (Bruce Willis) zu rächen. Durch einen Zufall gerät auch der Zivilist Zeus Carver (Samuel L. Jackson) in diese Angelegenheit. Zusammen mit John muss er nun den Anweisungen des größenwahnsinnigen Simon folgen, dadurch werden die Beiden durch die ganze Stadt gehetzt. Selbst vor Schulkindern macht Simon nicht halt und platziert eine Bombe in einer der vielen Schulen. Die ganze Polizei macht sich auf die Suche nach der Bombe, nur John und Zeus können noch diesen genialen Plan vereiteln, der noch eine Menge Überraschungen offenbart.
Hier verändert man das Grundkonzept der Reihe, McClane ist hier nicht mehr allein der Held, sondern bekommt mit Zeus einen Partner zur Seite gestellt. Die Beiden geben ein tolles Team ab und sorgen in fast jeder Situation, sei sie noch so brenzlig, für jede Menge Onliner und Humor. Leider kommen dadurch John´s Alleingänge zu kurz. Mir persönlich war es immer lieber, wenn John auf sich allein gestellt war, hier hat er allein nur wenig Screentime, kann sich aber immer noch als Hauptperson behaupten. Ich verstehe nur nicht, warum man Bruce Willis hier eine andere Synchro als sonst verpasst hat, diese passt zwar auch gut zu ihm, aber die Übliche war schon wesentlich besser, außerdem war man arg daran gewöhnt. Aber man muss Bruce Willis hier einfach mögen. Seine Rolle meistert er gewohnt cool, humorvoll und mit einer ordentlichen Portion Charisma. Im direkten Vergleich zieht Samuel L. Jackson hier den Kürzeren, obwohl er auch eine tolle Show abliefert. Fiesling Jeremy Irons reiht sich nahtlos neben Alan Rickman und William Sadler ein, genauso wie der Rest des Feldes wieder auf sehr gutem Niveau agiert.
Actionmäßig ist auch hier wieder eine Menge geboten, doch die Vorgänger ließen es mehr krachen. Mir fehlen hier einfach die Nahkämpfe. John darf sich nur einmal in einem viel zu hektisch geschnittenem Fight beweisen, der obendrauf noch viel zu kurz ist. Ansonsten stimmt das Gebotene aber vollkommen. Die Sachschäden kraxeln immer weiter in die Höhe. Autos, U-Bahnen, ganze Stationen werden hier plattgemacht, vor allem sieht man noch die gute alte Handarbeit. Nur die bei der Sprengung des Damms, sieht man doch dass bei einigen Aufnahmen mit CGI gespielt wurde. Aber bei dem hohen Tempo und bei der explosiven Action fällt dies kaum ins Gewicht. Es wird ordentlich geballert, man verfolgt sich ständig gegenseitig und einige überraschende Wendungen hat der Film auch noch parat. Hensleigh´s Story ist schon nett ausgeklügelt, obwohl es mal wieder nur um das geliebte Geld geht.
In Punkto Atmosphäre sieht es auch nicht so prickelnd aus. Der Erstling war sehr klaustrophobisch, im Vorgänger war das Terretorium schon größer, aber immer noch begrenzt. Hier verwendet man die ganze Stadt als Spielplatz, es kommt einfach nicht die Intensität auf. Abwechslung ist aber auf jeden Fall geboten, denn das Geschehen findet an vielen Orten statt. Der Score, wieder erstellt von Michael Kamen, lässt nichts zu Wünschen übrig und bietet immer die optimale Untermalung an.
Meine Fernsehzeitschrift hatte mal eine passende Kritik für diesen Film, welche ich hier nochmal aufzeigen möchte, da sie auch meinen persönlichen Eindruck perfekt wiederspiegelt:
" Als Actionfilm ein Kracher, als Stirb Langsam nicht mehr als gut "