Ich muß zugeben: Ich mag Stirb langsam - Jetzt erst recht (als einzigen Teil der Riehe) bekennendermaßen nicht. Im Nachhinein ist mir auch relativ klar, woher dieses ungute Gefühl beim Ansehen des Stoffes rührte. Denn bei Die Hard 3 wurde einfach eine bereits existierende und völlig autarke Story ("Simon says...") hergenommen und mehr schlecht als recht mit dem "Universum" John McLanes verwoben. Herausgekommen ist dabei zwar ein durchaus akzeptabler Actionfilm, der Kurzweil bietet. Die Erwartungen des passionierten Die Hard-Fans enttäuscht er meiner persönlichen Meinung nach jedoch massiv.
Die Storyline an sich ist zwar nicht rasend innovativ, klingt aber immerhin auch für sich noch nicht gänzlich untauglich. Ein irrer Krimineller, der sich selbst in seinen Telefonaten Simon nennt, spielt ein perfides Spiel mit der Polizei und somit auch mit McLane. Er kündigt Anschläge an und gibt den Beamten Tipps dazu, dass allerdings so ungenau, dass diese sich stets im physischen sowie intellektuellen Dauersprint halten müssen, um mit dem Verbrecher Schritt zu halten und seine Machenschaften zu verhindern.
Leicht mau, das Ganze und schon diverse Male im Filmbusiness verwandt. Aber gut. Da bliebe ja immer noch ein untilgbarer Plus-Faktor der Serie, namentlich die markigen Sprüche gepaart mit harten Action-Szenen. Doch auch um die werden wir leider teilweise betrogen. Denn das "ab 16"-Rating hat dem film nicht unbedingt gut getan. Der Hauptcharakter darf sich somit nicht in gewohnter Härte austoben, was ihn hier auch einen Gutteil seiner toughen Coolness kostet. McLane ohne gekonnte Gewaltszenen ist wie ein Terminator ohne Beine: Reif für die Schrottpresse. - Auch der stark pigmentierte Sideshow Samuel L. Jackson wirkt hier, trotz seiner an sich großen schauspielerischen Qualitäten, eher als schwacher Störfaktor für McLanes Einmann-Armee-Schema. Er ist seltsam und nervig überflüssig, sollte einfach nicht da sein.
F A Z I T :
Im Fazit ging bei Die Hard with a vengeance einfach Einiges in die Binsen. Der beabsichtigte Buddy-Movie-Bonus kommt nicht zum Tragen, das Flair der Vorgänger will zu keinem Zeitpunkt aufkommen und die Actionsequenzen sind bestenfalls oberes Mittelmaß sowie zudem weichgespült zum Zwecke eines gefälligen Ratings. Ein Stirb langsam von der Stange, und genau darin liegt schon das "Sakrileg". Jeder Teil dieser Reihe sollte ein Erlebnis sein, ein beeindruckendes und momentreiches Spektakel, das man auch noch in zehn Jahren noch in seinen Onelinern rezitiert. Der dritte Streich um McLane ist aber im Gegensatz zu diesen Wünschen nur brauchbare Mittelmaßware, die man sich zwar an einem langweiligen Abend ganz gut und gerne mal reinziehen kann, die aber auch nicht weiter im Gedächtnis hängen bleibt. - Als Trallalla-Actioner für einen Sommer wäre der Stoff gut und tauglich gewesen. Als Teil der Die Hard-Serie ist er ein unwünschenswerter Schandfleck, über den man gerne den Mantel des Vergessens breiten würde. Das man sich im Deutschen erblödete, Bruce Willis nicht mit seiner gewohnten Synchronstimme zu besetzen, macht bei dem enttäuschenden Gesamtergebnis auch schon fast nichts mehr. Wenngleich es einem bei diesem Fauxpas die Nackenhaare aufstellt. Ergo: Wenn schon Teil 3 ansehen, dann (so englischkundig) tunlichst im Original.