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Nachdem der Finne Renny Harlin den zweiten Teil inszenieren durfte, gesellte sich im dritten Teil der "Die Hard"-Reihe wieder John McTiernan als Regisseur zum Cast. Und man merkt dem Film an, dass der Mann nach dem Erstling nichts in Sachen Action und Tempo verlernt hat.

Die Story: Mitten in New York explodiert eine Bombe. Der Attentäter hat es auf John McClane (Bruce Willis) abgesehen, welcher inzwischen von seiner Frau verlassen wurde und ziemlich heruntergekommen ist. Anscheinend hat "Simon", wie sich der Irre nennt, eine persönliche Rechung mit McClane offen. So hetzt er ihn mit fiesen Spielchen quer durch die Stadt. Unerwartete Hilfe bekommt der Cop dabei vom schwarzen Ladenbesitzer Zeus (Samual L. Jackson)...

Das Konzept des Erstlings, der den begrenzen Raum kongenial zu nutzen wusste, ist im dritten Teil der Reihe entgültig Geschichte. Dieses Mal ist es mit New York, wo viele Szenen auch gedreht wurden, eine ganze Stadt, die für McClanes Zerstörungsorgie herhalten muss.
Diese Veränderung war eigenlich nur eine logische Konsequenz der Reihe und ihrer unzähligen Kopien, von daher ist die Story trotz dieses fehlenden Elements sehr gelungen. Schon der Einstieg in Harlem ist absolut sehenswert, an Spannung, aber auch Witz kaum zu überbieten. McTiernan bzw. Simon Gruber, der Bruder des Oberfieslings, jagen McClane in zwei Stunden ganz schön durch die Gegend, und den Zuschauer gleich mit. Ob Verfolgungsjagd mit dem Taxi, Kipplaster-Surfing oder ein U-Bahn-Crash, die Action im Film ist zwar übertrieben, aber ungemein effektvoll und toll anzusehen.
McTiernan erzählt die Geschichte dabei mit einer tollen Wendung nach der Hälfte der Zeit, die die eigentlichen Pläne von Gruber und seiner Gang enthüllen. Neben der Action legt der Regisseur auch viel Wert auf die Dialoge, die abermals vortrefflich geschrieben sind.
Zwischen McClane und Zeus, Partner wider Willen, gibt es zahlreiche pointierte Gespräche, die sich auch um Themen wie Rassismus drehen. Der Film hebt sich dabei von anderen ähnlichgelagerten Filmen des "Buddy Movies" ab, in denen die Dialoge vor Oberflächlichkeiten und Kalauern nur so wimmeln.
In "Die Hard: With a Vengeance" funktionieren die Sprüche auch deshalb, weil zwischen Bruce Willis und Samual L. Jackson die Chemie jederzeit stimmt. Zeus ist nicht einfach nur ein Anhängsel, um Abwechslung in die Story zu bringen. Er ist eine interessante Figur mit Tiefgang, die von Jackson toll verkörpert wird.
Die Fieslinge im Film sind wie im ersten Teil wieder zum großen Teil Deutsche (auch in der deutschen Synchro). McTiernan stattet diese mit einer gewissen Selbstständigkeit aus, soll heißen, diese agieren wie schon im ersten Teil kaum klischeehaft. In einer Szene meint ein als Polizist verkleideter Gangster sogar, dass sie einen Bombenkoffer nicht einfach rumstehen lassen können, ein Kind könnte die Bombe finden.
Simon Gruber, sehr souverän von Jeremy Irons dargestellt, ist ein ebenbürtiger Gegner für McClane, auch wenn man ihn erst nach 45 Minuten das erste Mal sieht.

Lediglich das Ende des dritten "Die Hard"-Films ist ein wenig farblos geraten. Die Spannung und das hohe Tempo des Films, das bis zum Finale anhält, gehen in einem ein wenig lustlosen Abgang des Oberbösewichts zu Ende. Ein wenig spektakulärer hätte es am Ende schon zugehen dürfen.

Was bleibt ist ein schnörkelloser Actionfilm, der fast so gut ist wie das Original, weil der Regisseur und sein Team es verstehen, ordentlich Tempo und Witz zu erzeugen, so dass dem Zuschauer nie langweilig wird. Außerdem wird der Film von überzeugenden Darstellern getragen, bei denen Bruce Willis abermals eine tolle Darstellung des Anti-Helden abliefert.

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