New York. Der Big Apple. Es ist heiß, „Summer in the City“. Der Melting Pot in voller Blüte. Plötzlich: eine Explosion. Ein in Reimen sprechender Bombenleger (der Bruder vom vollbärtigen Hochhausjumper Hans Gruber aus STIRB LANGSAM 1, wie sich später herausstellt) gibt sich zu erkennen und schickt Cop John McClane (Bruce Willis) auf eine Schnitzeljagd quer durch die Großstadt. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände landet Tante-Emma-Ladenbetreiber Zeus (Samuel L. Jackson) an McClanes Seite und ist genötigt, die Mission mit ihm durchzustehen. In der City sind weitere Bomben platziert. Eine in einer Schule…
In STIRB LANGSAM – JETZT ERST RECHT, dem dritten Teil der Actionreihe, rappelt’s ordentlich im Karton. McClane kurvt mit dem Taxi durch den Central Park, surft auf einem von einer Flutwelle getriebenen Truck, spaziert mit einem Schild mit der Aufschrift „I Hate Niggers“ durchs Schwarzenghetto und seilt sich mittels Abschleppseil auf ein Schiff ab.
Wachmann: „Ist alles okay?“
McClane (total verdreckt): „Ja. Heute ist Waschtag.“
McClane erfährt hier einen kleinen Imagewechsel. Nicht nur, dass er erstmals dieselbe Synchronstimme wie Arnie und Stallone hat. Er wechselt auch vom barfüßigen Hallodri zum versoffenen, sarkastischen, völlig fertigen, auf alles und jeden scheißenden Cop. Mit Holly ist anscheinend Schluss, weswegen er sich regelmäßig einen hinter die Binde gießt. Just nach einem dieser trinkfreudigen Abende wird er zum Sondereinsatz mit Terrorist und Bombenbastler Simon bestellt, welcher mit ihm noch eine Rechnung offen hat. Der Kater ist gewaltig. Das Ausmaß der Zerstörung ebenfalls. Und das Unterhemd wird ordentlich schmutzig. Das liebliche „Schweinebacke“ aus Teil 1 (im Original: „Motherfucker“) erlebt den lieben Kindern zuliebe eine Abwandlung ins abgeschwächte „Schweinenase“ (im Original: „Fuckhead“).
Der dritte STIRB LANGSAM ist nicht nur der erste Teil, der nicht an Weihnachten spielt, sondern liefert dank Samuel L. Jackson auch zünftige Buddyaction im Stile von LETHAL WEAPON und LAST BOY SCOUT. Der Coolness-Faktor ist hoch. Unmengen an flapsigen Sprüchen und harschen Wortgefechten inklusive. Kostprobe:
Zeus: „Was machst du da?“
McClane: „Ich verhöre den Mann.“
Zeus: „Was soll er denn sagen: ‚Ich bin tot‘?"
Die Action fetzt und es geht einiges zu Bruch. Es knallt in der U-Bahn und in der Wall Street. Ein 9/11-ähnliches Szenario tut sich auf. Die Bomben sind ausgefuchste Konstruktionen, die mit Himbeersirup laufen, und begrüßen ihren Finder mit einem freundlichen „Ich bin eine Bombe. Du hast mich gerade scharf gemacht.“. Mitunter wird’s aber auch etwas unrealistisch. Wenn ein Schiff explodiert, dann hilft laut diesem Film auch ein ganz einfacher Trick: runter springen. Die Druckwelle geht dann nach oben weg und einem passiert dann im Wasser gar nichts… Argh! Auch oft etwas hanebüchen wie sich die beiden Helden aus bestimmten Situationen befreien. Der gefesselte McClane knackt z.B. seine Handschellen mit einem Stück Draht aus seiner Schulter. Aha!
Die Bösen – das sind Jeremy Irons (DIE UNZERTRENNLICHEN, DAS GEISTERHAUS), eine Russentussi mit einem Dolch und eine Horde von ausrangierten DDR-Armee-Heinis bestehend aus ganz grimmig guckenden, sächselnden Seitenscheitelträgern. Keine wirklichen Terroristen, sondern ganz ordinäre Bankräuber, die es auf das Gold in der Nationalbank abgesehen haben.
McClane: „Sind Sie LKW-Fahrer?“
LKW-Fahrer: „Nein, ich bin Kosmetiker. Natürlich bin ich LKW-Fahrer!“
Für viele vielleicht sogar der beste Teil der Reihe. Regie führte John McTiernan, derselbe Knacker wie in Teil 1 , auch verantwortlich für PREDATOR und LAST ACTION HERO. Ein klasse Actionpacket, bei dem man sogar noch lernt, wie man vier Gallonen Wasser mit Hilfe eines 3-Gallonen-Kanisters in einen 5-Gallonen-Kanister bekommt.
Bodycount: ca. 19
Fazit:
Yippie Ya Yeah, Schweinenase!