Nun habe ich mir seit längerer Zeit mal wieder einen alten Film zu Gemüte geführt. "Citizen Kane" nutzt in seiner Erzählweise jede Menge Rückblenden. Für die damalige Zeit sind diese sehr gut gelungen, heute gehört dies allerdings schon beinahe zum Filmalltag. Die Story erzählt mehr oder weniger den Lebensweg eines Mannes (Kane), wirklich spannend geht es dabei jedoch nicht zu (allerdings auch nicht langweilig). Diese Geschichte bekommt man häppchenweise serviert, während ein Reporter versucht das letzte Wort von Kane zu enträtseln.
Doch genau dort fing der Film an für mich lächerlich zu wirken. "Rosebud" wird im Film zwar am Ende für den Zuschauer aufgelöst, aber trotzdem ist dessen Sinnzusammenhang nicht ganz nachvollziehbar (Warum erwähnt Kane dieses Wort, als ihn seine zweite Frau verlässt?). Ein richtig grober Fehler unterlief aber gleich zu Beginn des Streifens. Als Kane stirbt, liegt er allein im Zimmer. Wer hat also seine letzten Worte (na eigentlich wars nur eins) gehört? Oder hatte die zu Hilfe eilende Krankenschwester etwa Elefantenohren?
Doch ich will den Film hier nicht schlecht machen. Auch nach über 60 Jahren kann man sich "Citizen Kane" durchaus einmal ansehen. Die schauspielerischen Leistungen können ebenso überzeugen wie die Kameraarbeit (hervorragende Kamerafahrten, gute Überblendungen). Besonders Orson Welles punktet hier, da er in jedem Alter seiner Rolle eine gute Darstellung abliefert. Für einen ruhigen Abend ist der Streifen zu empfehlen. Freunde älterer Filme werden "Citizen Kane" sowieso lieben.
verdiente 5 Punkte