Review

Review zu „Erbarmen“ (2013)

Worum geht es in „Erbarmen“ ?

Der Kopenhagener Polizist Carl Morck wird nach einem gescheiterten Einsatz in eine neue Abteilung, dem Sonderdezernat Q, versetzt und muss ungewollt nicht nur alte Akten sortieren, sondern auch mit seinem neuen Kollegen Assad zusammenarbeiten. Doch nach nicht allzu langer Zeit kommt den beiden die Akte der vor Jahren verschwundenen, jungen Politikerin Merete Lynggaard in die Hände – welcher durch einen Suizid als abgeschlossen gilt. Carl und Assad haben Zweifel daran und machen sich auf eigene Faust auf die Suche nach Merete.

Was halte ich davon ?

Vor ca. 2 Jahren habe ich mir den Film einfach aus Interesse im Laden besorgt und weil ich den Trailer interessant fand. Ich kann mich bis auf wenige Außnahmen gar nicht mit der deutschen Krimilandschaft anfreunden, aber skandinavische (dänische) Thriller haben es mir angetan. „Erbarmen“ ist so ein Film. Zu dem Zeitpunkt waren mir nur wenige dänische Schauspieler bekannt, so dass ich aufgrund der für mich unverbrauchten Gesichter gut in die Geschichte und die Charaktere reinfühlen konnte. Nikolaj Lie Kaas und Fares Fares haben eine wunderbare Chemie, die sich aus der gegenseitigen Symphatie bzw. Antiphatie ableiten lässt. Auch die beiden unterschiedlichen Charaktere werden schön eingeführt. Aber auch Sonja Richter als die verschwundene Merete Lynggaard und Mikkel Boe Falsgaard als ihr autistischer Bruder Ove sind toll und funktionieren in dem Film prächtig.

Der Film nutzt bereits ein Konzept, was auch in den folgenden Filmen „Schändung“ und „Erlösung“ mal größer und auch mal kleiner in Erscheinung tritt. Die Handlung wird über mehrere Zeitebenen bzw. Flashbacks erzählt und laufen in Richtung des Höhepunkts zusammen – jedoch nie so plakativ, dass der nicht krimi- und thrillererprobte Zuschauer auch erst weiß was abgeht, wenn es abgeht. Der Fall selbst ist in seinen 90 Minuten kurz, kompakt und spannend auserzählt. Die Atmosphäre ist sehr düster und hoffnungslos. Die Darstellung und Inszenierung ist hin und wieder sehr kompromisslos, konsequent und derb – vor allem im Bezug auf die Druckkammer, in der Merete Lynggaard von ihrem Entführer festgehalten wird. Dieser entpuppt sich als Niemand mit Kindheitstrauma und Rachegedanken.

Ich fand den Film sehr unterhaltsam, spannend und natürlich auch mit Luft nach Oben. Es freut mich, dass dieser Film in den Kategorien „Bester dänischer Film“ - „Bester männlicher Darsteller“ - „Beste weibliche Darstellerin“ und „Bester ausländischer Schauspieler“ bei der Preisverleihung des „Svend Prisen 2014“ honoriert wurde.

„Erbarmen“ bekommt von mir 8/10 Punkte

Details
Ähnliche Filme