Review

The Wolf of Wall Street (2013)

Auf den ersten Blick ein ganz guter Sekten-Werwolf-Vampir-Horrorfilm. Allerdings mit deutlich zu vielen Jumpscares, Titten, Drogen, permanent nervigem Gevögel und mit 3 Stunden Laufzeit eindeutig übertrieben zu lang. Wir wissen doch schon nach wenigen Minuten, wie die triefende Koksnase läuft, dennoch wird sich 3 Stunden gesuhlt, noch mehr gesuhlt und noch mehr gesuhlt. Die eigentliche Story bleibt in seinen Ansätzen stecken und wird komplett plattgewalzt von 2,5 Stunden Geficke, über Leichen gehen, Geldgeilheit, Nutten, Koks, ätzendem Protz und noch mehr Drogen. Flach und unreflektiert, hauptsache wilde Party. Auf Dauer sehr ermüdend.

Die Charaktere sind mir deutlich zu dünn gezeichnet und werden zugeschüttet mit, ich erwähnte es vielleicht schon, Drogen, Nutten, Gerammel und Ätzhumor. Drama? Für mich nicht. Kriminalfall? Es gab so gut wie keine Ermittlungen, das wurde doch alles nur sehr marginal angerissen. Eine Komödie? Gelacht habe ich in drei Stunden nur ein Mal, bei der äußerst ulkigen Leo-Szene, als er in einem Hotel am Münztelefon plötzlich von der Wirkung einer Droge übermannt wird, zerebral gestört und Mr.Bean-like durch die Gegend robbt.

Darstellerisch gibt es sicher nichts zu meckern. Leo, den ich immer für den eher klassischen, 'geh weg du Hollywoodbeau' hielt, macht seine Sache als fies-freundlicher Sektenanführer vorzüglich. Chapeau. Ohne Zweifel ein äußerst starker Mime. Jon Bernthal, unser werter und einzig wahrer Punisher auch immer eine Bereicherung und den Restcast kann man mehr als zufrieden durchwinken. Richtig stark performt hat auch Matthew 'Die Nase' McConaughey, meine Herren sieht der scheiße aus.

Nunja, alles in allem kann man den Film mal gucken, meine Welt ist das nicht, und daher kann ich den Film auch nicht so abfeiern. Es fühlte sich an wie 60 Minuten Film der in der Endlosschleife festhängt, nicht von der Stelle kommt und immer wieder von vorne beginnt. Noch mehr Drogen, noch mehr Gevögel, noch mehr Protz, noch mehr gelackte Oberfläche. Kaum ein Fortschreiten. Vielleicht sollte das so sein, mich konnte das aber leider nicht zu irgendwelchen Begeisterungsstürmen hinreißen, statt dessen fing ich an mich zu langweilen.

Fazit: Schlecht war er nicht, überzeugend aber noch weniger. Popcornkino, bei dem für mich leider kaum etwas wirklich Greifbares hängen blieb. Es soll ja Menschen geben die Aktien für eine todsichere Geldanlage halten, vielleicht ist Wolf of Wall Street für diese ja ein Lehrfilm. Vielleicht habe ich die 'beißende Satire' auch einfach nicht verstanden, das mag sein, es bleibt leider der Geschmack von 'schade aber nö'.

5,5 von 10 völlig überbewerteten Filmen

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