Im Nachkriegs-Wien will Holly Martins seinen Freund Harry Lime besuchen, erfährt aber bei seiner Ankunft, dass dieser bei einem Unfall gestorben ist. Darüber hinaus wird behauptet, dass sein Freund ein Schieber ist, weswegen er selbst Ermittlungen anstellt.
Die Story war 1949 sicherlich herausragend und spannend. Heute würde ich sie im oberen durchschnittlichen Bereich ansiedeln. Als Martins bei der Ermittlung feststellt, dass alle Personen, die an dem Unfall beteiligt waren, Bekannte von Lime waren, wird er stutzig, als dann auch noch ein Zeuge, der Potier des Hotels, ermordet wird, baut der Film Spannung auf. Zwar ist es dann abzusehen, dass Lime noch lebt, dennoch ist das Treffen der beiden gut und überraschend gelungen. Martins anschließender Loyalitäts-Konflikt ist ebenfalls gut und spannend dargestellt, da er nicht weiß, ob er zu seinem kriminellen Freund, der einige Kinder mit gestohlenem Penicillin ins Krankenhaus gebracht hat, hält, oder ob er ihn verrät.
Die Charaktere sind ebenfalls stark: Lime ist ein skrupelloser Krimineller, der aus der Armut nach dem Krieg für sich selbst Gewinn schlagen will. Martins will erst die Umstände des Todes seines Freundes klären und fragt sich dann, ob er ihn verraten soll. Er ist ehrlich und loyal.
Der dritte Mann ist ohne Zweifel einer der besten Filme aller Zeiten, kann heute zwar nicht mehr schockieren, ist aber dennoch auf dem Niveau eines soliden Thrillers. Das Nachkriegs-Wien ist gut dargestellt und macht den Film damit zu einem Stück Geschichte.
Die Darsteller sind gut, wobei mir persönlich vor allem Orson Welles Darstellung zusagt.
Zusammenfassend ist der dritte Mann ein Meilenstein, der auch heute noch durchaus sehenswert ist, da er durch eine starke und spannende Handlung und durch gute Darsteller beeindrucken kann.