Nachdem Machete Cortez (Danny Trejo) den ersten Teil „Machete“ überlebt hat, ist er im neuen „Machete Kills“ erneut im Einsatz, dieses Mal sogar im Auftrag des US-Präsidenten (Charlie Sheen): er soll dem irren mexikanischen Gangsterboss Mendez (Demian Bichir) unschädlich machen, der droht, den blutigen Drogenkrieg in seinem Heimatland in das Herzen der USA zu tragen, nämlich mit geklauten Interkontinentalraketen. Hinter Mendez, so merkt Machete schnell, steckt jedoch der irre Waffenhändler und Industrielle Vaz (Mel Gibson), der noch ganz anderes vorhat. Außerdem mischt in dem ganzen Irrsinn noch ein Killer mit wechselnder Identität mit, eine sexy Schönheitskönigin (Amber Heard) und eine schießwütige Killerin namens Desdemona (Sofia Vergara) samt ihren Komplizinnen mit…
Was nicht alles aus einem Trailer entstehen kann – aus einem Spot zwischen „Planet Terror“ und „Death Proof“ entstand vor 3 Jahren „Machete“ unter der Regie von Robert Rodriguez, der die Figur des stoischen, säbelschwingenden Spezialagenten erfolgreich etablierte. Ich mochte den Film, eine schöne, augenzwinkernde, blutige Hommage an Actionfilme der 70er und 80er Jahre, mit einem herrlichen Hauptdarsteller und vielen namhaften Nebendarstellern wie Don Johnson, Robert de Niro, Steven Seagal und Lindsay Lohan.
Nun also „Machete Kills“ und eigentlich ist der Film sehr seinem Vorgänger ähnlich und dennoch: wo sein Vorgänger eine unterhaltsame Parodie auf Actionfilme und Hollywoodklischees zu Mexiko und Immigranten bot, ist „Machete Kills“ ein überdrehter, mäßiger Actionfilm mit wenig parodistischen Elementen, die ihn einfach nur zu einem etwas albernen, aber insgesamt öden Actionfilm (das, was er anfänglich parodieren wollte) machen. Ich habe mich mehr als einmal dabei ertappt, wie ich auf die Uhr guckte und seine Laufzeit mit etwas über 100 Minuten ist nun nicht gerade immens. Und dass ist bei mir bei einem Actionfilm immer ein schlechtes Zeichen.
Stellenweise – gerade am Ende des Films – war das Groteske so präsent, dass es mir vorkam wie ein Austin Powers-Film ohne dessen Witz. Ich habe unterschwellig immer auf das Erscheinen von Mike Myers gewartet (oder das zumindest Mini-Me um die Ecke lugt).
Einige Punkte sind weiterhin gelungen, so viele Nebenfiguren, als Mann gibt’s viel zu sehen (Amber Heard, der ich beim Vorlesen des Telefonbuchs von Pirmasens zugucken würde; Sofia Vergara, Alexa Vega oder Michelle Rodriguez), blutig ist es auch und es ist gelegentlich unterhaltsam.
Aber am Ende überwog der Eindruck eines pappigen Junk-Food-Hamburgers: im ersten Moment sättigend, aber dann fehlt einfach zu viel, um es wirklich schmackhaft zu machen. So wirkt „Machete Kills“ wie ein überkandidelter, alberner Nachklapp zum gelungeneren Vorgänger. Und wenn man dem Ende Glauben schenken mag, gibt es Machete demnächst im All – allerdings war der Film eher erfolglos in den USA, deshalb sollte man sich ein weiteres Abenteuer mit dem grimmigen Helden wohl sparen.
Ich hätte nie gedacht, im Zusammenhang mit Machete von Substanz zu sprechen: aber selbst in hochkarätig besetzten Actionfilmen (seien sie ernst gemeint oder nicht) darf das Drehbuch nicht komplett sinnfrei sein, um zumindest den Unterhaltungswert zu garantieren.
5/10.