Review

Aus einem Fake Trailer wird ein eigenständiger Film, der so erflogreich wird, dass er in Richtung Franchise taumelt, und dann geschieht das Unfassbare...

Machete Kills ist die Fortsetzung des mittlerweile schon als Kultfilm geltenden Machete. Was als witziger Fake-Trailer für das Grindhouse Dopplepack begann, geht also in die zweite Runde.

Doch während Machete als witziger B-Movie-Reißer mit gesellschaftskritischer Note und genug Sex and Sleaze für jeden Kerl mit einer Pulle Bier das Richtige bot, ist der zweite Aufguß nur ein müder Abklatsch.

Und das hat gleich mehrere Gründe:

1. Die Inszenierung ist einfach nur belanglos gehalten, es gibt kaum eine Pointe die sitzt.
2. Der billige B-Movie-Charme ist weg, stattdessen haben wir zwar billige Computer-Effekte, aber alles wirkt nun wie ein schlecht gedrehter 3-Tage-Film, um schnell im Fahrwasser eines guten Films Kohle einzusacken, anstatt wir erzählen mit unseren begrenzten Mitteln einen guten Film
3. Der Sex-Gehalt wird auf ein Mindestmaß zurück gefahren, möglicherweise um eine jüngere Freigabe zu bekommen, doch dies geht auf Kosten der Güte, denn so ein Film braucht einfach den Charme von etwas mehr Sex
4. Die interessantesten Figuren im Film sind Demian Birchir und Mel Gibson, und haben einfach zu wenig Screentime
5. Auch hier gilt: Robert Rodriguez hat einfach kein Gespür für Timing oder einem Showdown: Lange baut er einen Showdown nach dem anderen auf, nur um diese einfach nicht stattfinden zu lassen oder den Bösewicht einfach so nebenbei abzumurksen. Dabei wäre deutlich mehr drin gewesen. Beste Beispiele hier die Art wie Demian Birchir über die Wuppe geht, oder wie es das Chameleon erwischt, auch der Showdown mit Mel Gibson ist irgendwie seltsam.
(Dieses Problem hat Rodriguez schon seit jeher, aber bisher konnte er in einigen seiner Filme diese Defizite durch teils großartige Ideen kaschieren, hier aber nicht.)
6. Das Ende ist schlicht ein Witz, nicht mehr, nicht weniger.

So wie eigentlich der ganze Film.

Konnte man im ersten Teil noch Witze darüber reißen, dass Danny Trejo alle heißen Schnecken abbekam, weil er Mexikos Antwort auf Udo Jürgens ist, kann man im zweiten Teil nur noch mit dem Kopf schütteln: Denn mittlerweile ist er gefühlt Jopi Heesters und knallt immer noch jede knackige Krankenschwester.
Und das auch noch in 3D.

Das gibt dann also 3 Punkte, und das auch nur, weil es anscheinend doch schlechtere Filme gibt

Details
Ähnliche Filme