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Frankreich 1916: An der Somme tobt die größte Schlacht des ersten Weltkrieges. Die deutschen Truppen sind vorgerückt und haben britisches Gebiet erobert. Nach mehreren erfolglosen Gegenangriffen wird der erfahrene Sergeant Major Wilkins beauftragt, mit seinem Infanterie-Zug einen finalen Angriff zu führen. Die britischen Soldaten haben keine Chance gegen das deutsche Abwehrfeuer, fast alle von ihnen sterben im Kugelhagel. Die Überlebenden stranden zwischen den Fronten. Wilkins weiß, dass als nächstes ein massiver alliierter Artillerieangriff folgen wird, der auch ihren Tod bedeuten würde. Zudem ist der deutsche Feldwebel Schulz fest entschlossen, die Überlebenden zwischen den Fronten zu verfolgen und zu töten. Wird Wilkins es schaffen, seine Männer rechtzeitig zu den eigenen Truppen zurückzubringen?


Ehrlich gesagt bin ich ein wenig überrascht das diese australische Produktion eher negative Kritiken nach sich zieht, was sicherlich hauptsächlich in der Tatsache begründet ist das man hier nicht das übliche Kriegs-Szenario geboten bekommt. Wer beim Regie-Erstling von Johan Earl nämlich auf ein vor Action-und Schlachten strotzendes Machwerk hofft wird sicherlich enttäuscht sein, denn der sowohl als Regisseur, wie auch als Darsteller und Drehbuchautor agierende Schwede serviert dem Zuschauer viel eher ein zermürbendes Geduldsspiel, das sich in der Hauptsache um drei Überlebende dreht, die einen sinnlosen Angriff auf die deutschen Schützengräben überlebt haben. Zwischen die Fronten geraten versuchen die Männer die Schützengräben der eigenen Truppen zu erreichen, was sich jedoch mit der Zeit als fast hoffnungsloses Unterfangen herausstellt. Im Mittelpunkt des Szenarios steht dabei Major Wilkins (Johan Earl), der schon zu beginn des Filmes über den Sinn des Krieges sinniert, was auch in der Folge immer wieder besonders stark zum Ausdruck kommt.

Nun mag manch einem das Geschehen ein wenig unrund erscheinen, denn einerseits wird die Grausamkeit des Graben-Krieges nur eher oberflächlich angekratzt, andererseits geben einem die trostlosen Bilder doch einen recht guten Einblick darüber, wie zermürbend und furchtbar diese Art des Krieges auf die Soldaten eingewirkt haben muss. Ganz zu Beginn wird auch kurz der Punkt beleuchtet, wie vollkommen sinnlos doch Teile der kämpfenden Truppen von ihren Vorgesetzten in hoffnungslose Aktionen geschickt wurden, wobei die Hoffnung auf einen Erfolg doch von Beginn an gar nicht vorhanden war. Dieser Aspekt kommt allerdings leider viel zu kurz und an dieser Stelle hätte man sich doch eine tiefer gehende Beleuchtung gewünscht. Stattdessen beschäftigt sich die Geschichte jedoch mit einem Neben-Erzählstrang, der sich ausschließlich mit der Hauptfigur beschäftigt, denn es werden einem immer wieder Passagen gezeigt, in denen man mit Earl's Ehefrau in der Heimat konfrontiert wird die ihn ganz offensichtlich betrogen hat und nun das Kind eines anderen erwartet.

Ob diese Seite des Geschehens unbedingt notwendig war ist sicherlich diskutabel, doch fügt sie dem Ganzen aufgrund der Entwicklung eine ganz besonders tragische Note bei, die ganz am Ende des Filmes zu erkennen ist. Manch einem mag diese Mixtur ein wenig schmalzig erscheinen, doch ehrlich gesagt empfand ich diese emotionale Kombination als sehr gelungen, auch wenn das eigentliche Kriegsgeschehen dadurch ein wenig auf der Strecke bleibt. Freunde pompös ausgestatteter Kriegsfilme mit jeder Menge Action werden so auch nicht auf ihre Kosten kommen, denn "Battleground" ist vielmehr ein äußerst stiller Vertreter seiner Art, der einen ziemlich gelungenen Spagat zwischen Hoffnung und Trostlosigkeit darstellt und dabei Wert auf zwischenmenschliche Töne legt.

Und so sollte man schon im Vorfeld wissen auf welche Art von Kriegsfilm man sich hier einlässt, denn der Bei-Titel "Helden im Feuersturm" ist ganz sicher nicht gerade glücklich gewählt, werden dadurch doch die Erwartungen des Zuschauers in eine vollkommen falsche Richtung gelenkt. Johan Earl hat hier nämlich definitiv kein Werk für Action-Junkies geschaffen, sondern vielmehr einen Beitrag für diejenigen, die ein ruhiges-aber dennoch sehr intensives Szenario zu schätzen wissen.


Fazit:


"Battleground - Helden im Feuersturm" ist eine eher kleine, aber sehr feine Produktion, die aber ganz bestimmt nicht jeden Geschmack treffen wird. Mir persönlich hat die Geschichte gut gefallen und das an den Nerven fressende Geduldsspiel konnte mich durchaus überzeugen. Es muss nicht immer die großartige Action sein, manchmal reichen auch die eher stillen Töne vollkommen aus, damit ein Film ein Höchstmaß an Intensität auslösen kann.


7/10

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