Wenn innerhalb eines Cop-Films "French Connection" Erwähnung findet, lehnt man sich entweder sehr weit aus dem Fenster, oder man huldigt einem Genre-Vorbild. Allerdings fühlt sich der Stoff über weite Teile eben nicht wie ein Krimi an, sondern er kommt wie eine düstere Charakterstudie daher, in welcher Schauspieler David Morse endlich mal den Ruf des ewigen Nebendarstellers abstreifen kann.
Philadelphia: Polizist Eugene "Mack" McCanick (David Morse) erlebt an seinem 59. Geburtstag einen Alptraum als er erfährt, dass ein gewisser Simon Weeks (Cory Monteith) vorzeitig aus dem Knast entlassen wird. Mack hatte ihn seinerzeit wegen Mordes an einem Senator überführt, doch nun will er ihn unbedingt wieder dingfest machen, - koste es, was es wolle...
Grundlagen eines typischen Cop-Films bringt der Streifen natürlich mit, denn die titelgebende Hauptfigur spielt gegen jede Regel, birgt ein paar düstere Geheimnisse in sich und prägt das Bild eines desillusionierten, jedoch zuweilen knallhart durchgreifenden Einzelkämpfers.
Durch diverse Flashbacks erfährt man einige Hintergründe von dem, was vor sieben Jahren abgelaufen ist, wobei jene Rückblicke zunächst nur dadurch auszumachen sind, dass Mack in der Vergangenheit rasiert war und in der Gegenwart eben nicht.
Leider ist die Erzählung eher ungeschickt aufgebaut, denn einerseits deutet sich vorzeitig an, welches Geheimnis der Titelgebende in sich trägt und andererseits wird der Hintergrund um den Mord kaum in den Mittelpunkt gerückt, wodurch ein direktes Miträtseln komplett ausbleibt. Zwar spiegeln die düsteren und dreckigen Winkel des Treibens das Innere der Hauptfigur wider, doch anderweitig geht der Stoff nie genug in die Tiefe, um als taugliche Charakterstudie durchzugehen. So wabert er über weite Teile ohne Höhepunkte vor sich hin, um gegen Finale mit einem Twist aufzuwarten, der wie ein notweniges Übel daherkommt, um dem geneigten Publikum überhaupt etwas Nachhaltiges zu liefern.
Morse performt bei alledem wie gewohnt solide und verleiht seiner Figur durchaus das notwendige Charisma, während Monteith als Gegenpart in seiner letzten Rolle (er starb im Sommer 2013 an einer Überdosis) leider ein wenig blass bleibt, auch wenn man ihm die Figur des geläuterten Strichers und Junkies problemlos abnimmt. Der Rest der Riege bleibt demgegenüber eher unauffällig, denn Regisseur Josh C. Waller war sich offenbar bewusst, dass Morse die Geschichte überwiegend allein stemmen dürfte.
So wirklich geht diese Rechnung allerdings nicht auf, denn obgleich auf technischer Seite kaum Defizite auszumachen sind, hapert es an der vagen Geschichte zuweilen gewaltig. Die wenigen Actioneinlagen sind kaum der Rede wert, diverse Nebenstränge verlaufen komplett im Sande und so plätschert die Erzählung größtenteils belanglos vor sich hin, um im finalen Akt einen Twist zu präsentieren, den man bereits weit im Vorfeld erahnen konnte.
"McCanick" bietet dem Genrefreund weder Innovationen, noch sonderlich spannende Momente, während er als Charakterstudie nicht genügend Emotionen einbringt, - da bleibt trotz solider darstellerischer Leistungen auf Dauer rein gar nichts hängen.
Knapp
4 von 10