Review

Leider ist INVASION DAY ein erschreckendes Beispiel dafür, wie man aus einem eigentlich optimalen Timing und einem theoretisch unglaublich aktuellen Thema trotzdem einen öden filmischen Langeweiler produziert. Kaum etwas ist gerade mehr in der Presse als die NSA, Whistleblower Edward Snowden, elektronische Überwachung usw. und von vielem handelt auch INVASION DAY, aber er liefert eine sehr durchwachsene Mischung aus Endzeitszenario, Überwachungsthriller und Katastrophenfilm, dessen Umsetzung als C-Movie mit ebensolchen Schauspielern und Drehbuch leider selbst zur Katastrophe wird. Für diese Art von Genremix ist es alleine schon ein Manko, wenn bis zur Hälfte der rund 90-minütigen Laufzeit noch so gut wie keine Action zu verzeichnen ist.

Auch in der zweiten Hälfte erinnert vieles an ein laues Drama und Endzeitfeeling oder eine verstörende Atmosphäre wird nicht geliefert. Die Geschichte des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Duke Evans, der ein neues Leben mit seiner Familie aufbauen will, aber zur Rettung der USA die letzte Hoffnung ist, plätschert auf Basis von lauen Dialoge so dahin und es gibt eigentlich keine einzige größere Szene, die die Nennung der oben genannten Genre rechtfertigt. Es passiert einfach verdammt wenig und spätestens jetzt wähnt man sich in einem THE ASYLUM-Trashmachwerk, welches mal wieder schnell mit wenig Geld und viel Enthusiasmus ein aktuelles Filmchen oder einen Mockbuster auf die Beine gestellt hat.

Allerdings ist von Trashfreuden in Bezug auf Härte, Sex, Skurrilität oder Kreativität nichts, aber auch rein gar nichts am Horizont zu sehen. Deswegen wäre auch unter diesen sehr flexiblen Gesichtspunkten INVASION DAY ein sehr bescheidener Beitrag. Einzelne  schauspielerische Leistungen und die dazugehörige deutsche Synchronisation sind sogar erträglich wenn man diesbezüglich Kummer gewohnt ist. Aber auch der Soundtrack ist extrem gleichförmig und nervt wie selten zuvor gehört mit immer wieder den gleichen Klavierakkorden, Synthieflächen und Harmonien a la "Moby" in Endlosschleifen.

Bei INVASION DAY wird leider durch ein geschicktes Cover und diversen Gefälligkeits-Rezensionen versucht ein Hype aufzubauen, den der Film nicht zu 2% einlösen kann. Es wurde sozusagen eine Chance vertan, da technisch der Film auf gutem Niveau unterwegs ist. Dies betrifft die handwerkliche Umsetzung als auch die Bild- und Tonqualität der Silberscheibe des Films. Aber dies alleine ist viel zu wenig und je länger man in das Machwerk eintaucht umso mehr wird einem der Fake-Charakter von INVASION DAY bewusst. Ich habe in meinem Leben noch niemanden kennengelernt dem dieser Film auch nur ansatzweise gefallen könnte

2/10 Punkten

Details
Ähnliche Filme