Seit der Spionage - und Überwachungsaffäre durch die NSA wurde in den Medien darüber berichtet, was eigentlich schon längst alle wussten: Wir leben in einem gläsernen Haus und die USA sammeln Daten bis zum Erbrechen. Von daher ist ein globaler Cyber-Angriff nicht völlig undenkbar, da viele Schaltzentralen heutzutage längst per Computer geleitet werden.
So wie sich das Regisseur Jeffrey Travis allerdings vorstellt, driftet die Chose zuweilen arg ins Hanebüchene ab.
Duke ist eigentlich Spezialist bei der NSA, umso überraschender erfolgt seine Entlassung. Um abzuschalten fahren er, seine Frau und die siebenjährige Tochter in die Waldhütte seines Vaters. Doch als Telefone ihren Geist aufgeben, ahnt Duke Fürchterliches: Eine unbekannte Macht hat die Kontrolle über das alltägliche Leben übernommen, so dass er in der apokalyptischen Situation nur versuchen kann, Kontakt zu seinem alten Freund bei der NSA herzustellen...
Der Einstieg gestaltet sich sogar recht spannend, als das Grauen schleichend um sich greift. Kurz nach der Ankunft in der Hütte stürzen mehrere Flugzeuge in unmittelbarer Umgebung ab, Fahrzeuge mit Computerchips bleiben liegen und sämtliche Elektronik versagt.
Das alltägliche Leben kommt zum Erliegen und selbst Wasser wird zu einem kostbaren Gut.
Leider beschränkt sich das Geschehen überwiegend auf das Areal rund um die Waldhütte, wo auch ein Mexikaner und ein alter mürrischer Kauz mitmischen. Dadurch will sich kaum eine Endzeitstimmung einstellen, da die Situation recht isoliert erscheint, zumal die unmittelbaren Umgebungen wie Wald und Landstraße bis auf die liegen gebliebenen Fahrzeuge unverändert wirken.
Die eher minimalistische Ausstattung beschränkt sich bei den aufwendigeren Szenen auf Raucheffekte und undeutliche Fernsehbilder, während die umherziehenden Plünderer in Ansätzen für Spannung sorgen, jedoch zu rasch wieder aus dem Geschehen verschwinden.
Hinzu gesellen sich zahlreiche unrealistische Verhaltensweisen, denn niemand kommt auf die Idee, den angrenzenden Brunnen zu reparieren oder einfach nur eine natürliche Wasserquelle ausfindig zu machen. Stattdessen doktert Duke an Chips und Funkmöglichkeiten mithilfe von Kartoffeln (!) herum, der Mexikaner steht zumindest hilfreich zur Seite, nur der dubiose Sheriff scheint von einem Geheimnis zu wissen.
Obgleich das Erzähltempo brauchbar ist und die meisten Mimen okay performen, die Kamera solide arbeitet und die Figurenzeichnungen insgesamt brauchbar sind, will der Funke nie so recht überspringen. Die Invasion wird unzureichend bebildert, der Feind und seine Absichten bleiben zu schwammig und zudem gesellen sich einige Unwahrscheinlichkeiten.
Die preiswerte Inszenierung und der deutliche Mangel an Action stellen ebenfalls klare Mankos dar, so dass am Ende ein Streifen bleibt, der keine Höhepunkte liefert und die meiste Zeit relativ bedeutungslos vor sich hin mäandert.
Knapp
4 von 10