Da hat jemand in den Neunzigern wohl etwas zu häufig Filme mit Jean-Claude Van Damme gesichtet, denn hier fliegen weniger die Fäuste als die geballte Ladung Kampfsportfilmklischees. Produzent, Autor, Regisseur und Hauptdarsteller Hector Echavarria kupferte mit seinem Sportdrama an allen Ecken und Enden ab und kreierte letztlich ein Loblied auf sich selbst.
Hector (Echavarria) und seine Frau Gia (Sadie Katz) sind seit zehn Monaten arbeitslos und müssen sich um ihren kranken Sohn kümmern, bei dem eine dringende Herzoperation ansteht.
Nebenbei bestreitet Hector Käfigkämpfe, um zumindest anstehende Rechnungen zu begleichen. Da kommt ihm das Angebot des Promoters Stone (Patrick Kilpatrick) gerade recht: 100000 Dollar für einen MMA-Fight gegen den ungeschlagenen "Cage Fury" (Heath Herring)...
MMA wo man nur hinschaut, doch das Problem ist: Außerhalb des Rings haben die Jungs meistens nicht viel drauf. Trotz namhafter und solide performender Mimen wie Danny Trejo, James Russo und Patrick Kilpatrick in Nebenrollen ist das Geschehen voll gestopft mit spannungsarmen Handlungssträngen, während der Held stets als Lichtfaktor hervorgeht.
Die schwere Kindheit in Weichzeichner-Flashbacks, eine mexikanische Gang bedroht aus unerfindlichen Gründen die Hauptfigur, Hectors Bruder ist Priester und gleichzeitig Trainer (Gottes Segen ist ergo gegeben) und fürs höhere Ziel steckt man nebenbei ordentlich Prügel ein und schiebt Vaters Waffe einem Pfandleiher zu, bevor die soziale und emotionale Lage in Richtung Massenmord eskaliert.
Schwarzweißmalerei und naive Konstrukte fallen deshalb so negativ ins Auge, weil es definitiv an Action mangelt.
Der Einstieg mit Käfigkampf bringt eine gesunde Härte ins Spiel, doch dazwischen dominieren die Dramenanteile überdeutlich, während Echavarria schlichtweg das Charisma fehlt, um einen Kämpfer mit Herz adäquat darzustellen und somit das wackelige Drehbuch zu stemmen. Die Fights selbst sind handwerklich halbwegs okay in Szene gesetzt, die Choreo ist ansatzweise annehmbar, doch es finden eben zu wenige körperliche Auseinandersetzungen statt und auch der Endkampf verläuft dramaturgisch viel zu vorhersehbar.
Das Endprodukt wirkt schlichtweg altbacken, uninspiriert und massiv abgekupfert.
Aufgrund der peinlichen Synchro könnten Trashfans teilweise auf ihre Kosten kommen, doch letztlich schauen Kampfsportfreunde deutlich in die Röhre, - da bieten die schwachen Van Damme-Streifen erschreckenderweise die bessere Alternative...
3,5 von 10