Für nur etwa 70.000 Dollar drehte Bobby A. Suarez (Jäger der Apokalypse 2) Ende der 70er diesen Film, der teurer aussieht, als er eigentlich war. Das liegt zum Teil an den schönen Drehorten in Singapur, Hong Kong und auf den Philippinen. Eine Seilbahn und ein Kloster stechen aus den Kulissen heraus.
Beim Casting wurde Marrie Lee aus 300 Bewerberinnen für die weibliche Hauptrolle gewählt. 19 Jahre jung und ohne Erfahrung in Schauspiel und Kampfsport, wollte man trotzdem einen internationalen Actionstar aus ihr machen und verpasste ihr einen englischen Namen. Man wählte als Nachnamen Lee, weil Bruce Lee zu der Zeit so bekannt war. So auf die Schnelle alles zu erlernen war nicht möglich, auch wenn sie vor den Dreharbeiten Kampfsportunterricht nahm. Wenn man sich die Hong Kong Filme aus dieser Zeit anschaut, sieht man wie meilenweit sie mit ihrer Kampftechnik entfernt ist. Das heißt jetzt nicht, die Kämpfe hier sind schlecht. Manche ihrer Moves sehen gut aus und einmal macht sie sogar Bruce Lee nach. Es fehlt eben nur die Schnelligkeit und Härte, die man aus den 70er Eastern kennt. In amerikanischen Filmen aus der gleichen Zeit, sah es aber auch nicht besser aus. Auch wenn sie mich in den Kämpfen nicht so ganz überzeugt, finde ich sie super besetzt. Sie hat das gewisse Etwas.
Bei der Story orientierte man sich an Filmen aus dem Blaxploitation und Agenten Bereich, wie z.B. Cleopatra Jones und den James Bond Filmen. Zuerst war ich beim Anschauen etwas überrascht, weil der Film mit seiner Agenten-Story eher wie ein amerikanischer Film auf mich wirkte. Es fehlten die trashigen Momente und Verrücktheiten, wie man sie aus einigen philippinischen Filmen der 70er kennt. Doch dann kam das Finale und es wurde verrückter. Cleopatra Wong und ihre Truppe kamen mit Maschinengewehren und als Nonnen verkleidet. Außerdem kamen noch ein Motorrad mit Raketen, ein Bogen mit Explosionspfeilen und eine vierläufige Pistole zum Einsatz. Alle Waffen sorgten für ein leichenreiches Finale. Am Ende kommt das, was man an solchen Filmen so liebt. Einfach ein cooler Film, der B-Movie Fans begeistern sollte.
Der Film macht von Anfang an Spaß, weil man sich nicht mit der kleinen Story aufhält, sondern mehr auf ein flottes Tempo setzt. Cleopatra Wong ist ständig unterwegs und immer wieder gibt es Action, manchmal auch mit Zeitlupenszenen. Mehr Explosionen oder paar Verfolgungsjagden hätten die Action sicher aufgewertet. Man hat wohl aber aus dem beschränkten Budget das Beste rausgeholt.
Fazit: 70er Low-Budget Kino der besten Sorte.