Nachdem er seinen Dienst in Vietnam absolviert hat, kehrt Mike Connery (Tom Stern) als Held in seine Heimatstadt Riverside in Kalifornien zurück. Aber ein Gang-Leader bleibt ein Gang-Leader, selbst wenn ihm ein lästiger Krieg dazwischengekommen ist. Also schart er erneut Männer und Frauen um sich, und wer sich ihm in den Weg stellt, wie z. B. George (Jay S. York), darf sich die nächsten Wochen mit einem gebrochenen Bein eine Auszeit gönnen. Captain Bingham (Jack Starrett) ist Mikes Rückkehr indessen gar nicht recht, fürchtet er doch, daß seine Vereinbarung mit George - wenn die sich Madcaps nennende Gang den Ball flach hält, hat die Polizei auch keinen Anlaß reinzugrätschen - nunmehr null und nichtig ist. Und tatsächlich kommt es nach einer gleichermaßen harmlosen wie übermütigen Aktion zu einem unschönen Zwischenfall, der Mike prompt Vergeltungspläne schmieden läßt.
Rocker bedeuten Ärger, da führt kein Weg dran vorbei. Einen echten Rocker aufzufordern, er solle sich ruhig und unauffällig verhalten, ist in etwa so, als würde man einer schlecht gelaunten Klapperschlange zuflüstern, sie solle bitte nicht beißen. Es liegt in ihren Genen, sie können nicht anders. Dabei wäre das Rockerleben so schön. Den ganzen Tag lang mit Gleichgesinnten abhängen, Gras rauchen, Alkohol schlürfen, durch die Gegend biken, mit Weibern pennen (der Sex wird nur angedeutet, auf die Zurschaustellung blanker Brüste wird gänzlich verzichtet), Schnauzen polieren (das wenige Blut ist knallig rot), die Freiheit genießen. Einer geregelten Arbeit nachgehen? No way, José. Und auf die Körperpflege kann man ebenfalls verzichten, die ist sowieso überbewertet. Ja, das Rockerleben ist schon sehr geil, das schildert Bruce Kessler (Simon, King of the Witches) in seinem Streifen Angels from Hell nicht anders. Wenn da nur nicht die verdammte Sache mit dem Ärger wäre, der den Rockern wie Hundescheiße am Hacken klebt. Da ist dann ganz schnell Schluß mit lustig.
Der Plot ist sehr simpel gehalten, im Grunde nicht viel mehr als ein roter Faden, der sich bis zum bitteren Ende scheinbar beliebig durch die Gegend mäandert. Zwischendurch treffen die Rocker sogar einen Filmproduzenten, der mit dem Gedanken spielt, einen Rockerfilm zu drehen. Leider dümpelt Angels from Hell knappe neunzig Minuten lang müde dahin, weshalb wohl nur eingefleischte Rockerfilmfans bei diesem eher langweiligen Genrevertreter auf ihre Kosten kommen. Dem Streifen mangelt es einfach an Drive; der ist keine flotte Harley, sondern ein lahmes Moped. Problematisch ist außerdem, daß der Protagonist Mike trotz gelungener Einführung ein ziemlich unsympathischer Zeitgenosse ist, der sich schließlich mit seiner Rachevision sogar zum gemeingefährlichen Irren entwickelt. Bingham hingegen agiert für einen Gesetzeshüter überraschend fair. Arlene Martel sorgt als Ginger für Eye Candy, die Musik ist recht groovy, die Stimmung rauh aber lässig. Das Ende ist immerhin konsequent: schal und unbefriedigend wie der ganze Film.