Review
von Leimbacher-Mario
David Wain does it again
Nachdem sich schon sein „Wet Hot American Summer“ mühsam einen massiven Kultstatus und darauffolgenden Aufbau in eine ganze Saga erkämpfen musste, könnte es „They Came Together“ noch schwieriger haben. Clever und äußerst bescheuert, satirisch und amerikanisch, blöd und intelligent zugleich. Eine rotzfreche RomCom-Parodie der alten Schule, die einige Leute (mit Stock im Arsch?) nicht „kriegen“ werden dürften, andere dafür umso witziger finden. Ich zum Beispiel. Der Film erzählt in einer langen Rückblende, wie sich unsere zwei Protagonisten in New York kennen und lieben gelernt haben - natürlich mit einigen Umwegen und Hindernissen vor der großen (?) Liebe...
Ein wenig „Harry & Sally“, ein bisschen Judd Apatow, ein Streifschuss „Naked Gun“, ein Fingerzeig „Scary Movie“, viel „Wet Hot American Summer“ - dann ist man ungefähr irgendwo im metalastigen Territorium dieser oft zum Schreien komischen, sehr polarisierenden und Hollywood mutig unterlaufenden Parodie. Rudd und Poehler spielen famos auf, haben Chemie und Timing eh, dazu gibt es etliche bekannte Gesichter der US-Comedy-A-Klasse. An jeder Ecke ist jemand zu erspähen, sei es nur für einen überraschenden Gastauftritt. Und alle haben sichtbar Spaß dabei. Die Mechanismen von romantischen Komödien werden mal ausgefeilt, mal in your face auseinandergenommen und der Lächerlichkeit preisgegeben, allerdings nie zu bösartig. Von Charakterklischees über nicht wegzudenkenden Situationen bis hin zu schmalzigen Montagen - hier wird alles auf die Spitze getrieben, immer kreativ und balls to the walls, ohne Rücksicht auf Verluste. Gut so, wird heute leider viel zu selten gemacht. An den eher negativen Reaktionen zu diesem Geheimtipp sieht man traurigerweise warum... Und noch eine Sache... Thanks!
Fazit: einer der witzigsten und schlau-dümmsten Filme, der jüngeren Vergangenheit, den keiner kennt. Für zynische RomCom-Fans und -Hasser gleichermaßen, mit massivem Humorlevel, Staraufgebot und Tempo. Unbeschwert und positiv, knackig, selbstbewusst, nie selbstverliebt, sehr subversiv, fast etwas aus der Zeit gefallen. Flache Tiefgründigkeit.