Der britische Regisseur und Autor Paul Tanter scheint sich im Bereich der Hooligan Filme weitgehend ausgetobt zu haben, bei denen Mime Simon Phillips immer irgendwo mitmischte.
In seinem Werk über einen Serienkiller darf er endlich mal die Hauptrolle übernehmen, doch Tanters eher fades Drehbuch lässt ihn dabei größtenteils im Stich.
Inspektor James Trent (Phillips) untersucht den perfiden Mord an einem Supermarktleiter. Am Tatort finden die Beamten einen Lügendetektor und eine Schrotflinte, deren Abzug bei einer Lüge betätigt wurde. Kurz darauf wird ein Bekannter von James ermordet, woraufhin dieser kurzfristig suspendiert wird. Verzweifelt wendet sich James an seine Ex Sarah und reißt nach New York, um mit der Spezialistin ein Täterprofil zu erstellen, doch auch hier scheint der ominöse Killer seine Finger im Spiel zu haben...
Der Einstieg erinnert unweigerlich an "Saw", als wir dem in Panik geratenen Supermarktleiter bei seinen letzten Minuten beiwohnen. Auf einem Stuhl fixiert, die Flinte direkt vor der Nase montiert, gesteht er förmlich ein Fremdgehen, doch ein unachtsamer Satz kostet ihm kurz darauf das Leben. Tanter scheint sichtlich dazugelernt zu haben, denn so eine relativ spannende Szenerie wäre in seinen früheren Werken nahezu undenkbar gewesen.
Doch mit der einsetzenden Aufklärungsarbeit folgt leider rasch der Hang zu alten Mustern.
Die kurzen schrillen Inserts tragen rein gar nichts zur Geschichte bei, die Dialoglast ist gerade im Mittelteil beinahe erdrückend und noch immer findet Tanter keine Mittel, Action oder gar Blutvergießen zu inszenieren, denn sämtliche Effekte oder Gewaltszenen werden allenfalls angedeutet. Mit James als Hauptfigur findet sich zwar ein einigermaßen ambivalenter Charakter, doch das Umfeld des Ermittelnden fällt mit der schwangeren Freundin eher nervig aus, während seine Kollegen wie blasse Abziehbilder von Scotland Yard Figuren daherkommen.
Die Geschichte selbst erinnert indes in vielen Punkten an Finchers "Sieben": Die Motive des Killers scheinen religiöser Natur zu sein, denn Lügen werden auf kurz oder lang mit dem Tode bestraft, die Grundstimmung offenbart ein pessimistisches Weltbild, während das Privatleben des Ermittlers zusehends in den Fall einbezogen wird.
Nur leider wird ein übermächtiges Bild vom Killer abgeliefert, der über unwahrscheinliche Informationen und technische Finessen verfügt, dass er es beinahe mit Jigsaw aufnehmen könnte. So wird ein Herzschrittmacher per Fernbedienung manipuliert und ein bestimmtes von Tausend Taxis innerhalb von New York ausfindig gemacht, von der dubiosen Technik diverser Lügendetektoren ganz zu schweigen.
Immerhin wartet die Erzählung mit zwei kleinen Wendungen auf, denn schließlich muss noch ein Killer geschnappt werden, während danach eine durchaus gelungene Überraschung folgt.
Tanter verzichtet bei alledem auf Action, die Ableben sind relativ unspektakulär und unblutig in Szene gesetzt und auch der magere Score vermag auf Dauer eher zu langweilen.
Darstellerisch wird zumindest passables Niveau geboten, auch wenn jemand wie Doug Bradley ("Hellraiser") komplett verpulvert wird und Peter Woodward kaum die Möglichkeit erhält, seine Qualitäten unter Beweis zu stellen.
"Shame the Devil" setzt zuweilen ungünstige Prioritäten und vernachlässigt dabei vor allem eine spannende Jagd nach dem Killer, der fast bis zum Schluss wie von unsichtbarer Hand seine Fäden zieht. Die Auflösung liefert schließlich ein paar völlig hanebüchene Aspekte, wobei die letzten Szenen in Sachen Zynismus wiederum punkten können.
Alles in allem ein eher fades Gedöns ohne Höhepunkte, nur leidlich spannend und über weite Teile zu monoton in Szene gesetzt.
4,5 von 10