Ein lustiger Zombiefilm wäre mal wieder schön gewesen, denn wenn Rockabillys auf Infizierte treffen, verheißt das eigentlich viel Raum für Situationskomik. Leider ist der Regie-Einstand von Jaime Velez Soto nicht allzu humorvoll ausgefallen und auch die Action lässt viel zu lang auf sich warten.
Becky und Grant wollen inmitten der Sumpflandschaften Floridas unter dem Motto Rockabilly heiraten. Niemand der Gäste bekommt allerdings mit, dass just ein neuartiges, von der Regierung entwickeltes Insektizid versprüht wurde, welches die Hochzeitsgäste nach und nach in Zombies verwandeln lässt...
Leider kommt von dem Rockabilly-Flair nicht allzu viel rüber, obgleich die Ausstattung mit einigen alten Kisten, halbwegs treffender Besetzung und zwei, drei passenden Songs annehmbar ausfällt. Die Figureneinführungen ziehen sich indes und bringen keine wirklichen Sympathieträger hervor, zumindest aber fallen einige schräge Nebenfiguren aus dem Rahmen.
Bis es mit dem Zombietreiben erst einmal losgeht, ist allerdings bereits knapp die Hälfte der Laufzeit verstrichen.
Mit Einsetzen der Action wird jedoch versäumt, Kreativität einfließen zu lassen. Zwar können sich die fast durchweg handgemachten Gewalteinlagen von Ausweidungen über Fressszenen, Kopfschüsse bis hin zu ausgestochenen Augen sehen lassen, doch so wild und grotesk es die Thematik mit sich bringen könnte, geht es hier bei weitem nicht ab.
Kaum ein Schmunzler ist zu verzeichnen und die üble Synchro mit teils hanebüchenen Dialogen ("Wenn wir das tun müssen, dann wird es eben so sein.") dürfte selbst Trash-Fans kaum beeindrucken.
Trotz einigermaßen hohen Tempos in der zweiten Hälfte geht es handlungstechnisch eher eindimensional vonstatten: Die Gruppe Überlebenskämpfer hangelt sich von Station zu Station, die fast schon obligatorische Bar mit Waffen im Hinterzimmer wird abgeklappert und man trifft auf Passanten, die alsbald zu Futter verarbeitet werden.
Die letzten Minuten sind derweil arg von "28 Days Later" abgekupfert, denn auch hier greift plötzlich das Militär ein, welches mit seinem Vorgehen nicht sonderlich gut wegkommt.
Immerhin der Versuch, final noch ein wenig Emotionalität einfließen zu lassen.
So verlockend das Sujet auch klingt, - das Endergebnis fällt doch eher enttäuschend aus. Obgleich in technischer Hinsicht wenig zu beanstanden ist und die Mimen mit sichtlicher Spielfreude agieren, mangelt es an frischen Ideen, spannende Momente bilden Mangelware und das Rockabilly-Thema verkommt zu einer vagen Verknüpfung, welche viel zu oberflächlich eingeflochten ist und zu wenig aus seinen Möglichkeiten macht.
Typisch durchschnittlicher Zombiefilm: Nicht gänzlich schlecht, aber nicht markant genug, um länger als drei Tage in Erinnerung zu bleiben.
4 von 10