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Wie kann ein Film mit solch guten Zutaten nur so bei Publikum und Kritik durchfallen? Da ist einerseits einer der weltbesten Regisseure, zum anderen ein erlesener Cast und auch sonst gute Zutaten. Was ist also schiefgegangen? Wahrscheinlich lag es am Drehbuch. Man kommt nicht so richtig mit, viele Szenen sind unverständlich, in vielen wird nur unnütz gelabert, oftmals erschliesst sich einem der Sinn des ganzen nicht. Wenn z.b. der Drogenboss aus einem Gedicht zitiert, mag das große Kunst sein, für die meisten erschliesst sich der Sinn nicht. Auch ich hatte manchmal Probleme, der Handlung zu folgen. Ansonsten ist der Film handwerklich superb wie immer, es gibt allerdings zu viel Leerlauf und nur selten Spannung. Action läuft auf Sparflamme, die wenigen Gewaltszenen sind dann wieder recht intensiv. So wie auch Soderbergh einst an "Haywire" scheiterte, so geht es jetzt auch Scott mit "Counselor". Regie, Kamera und Cast sind nun mal nicht alles, wenn die Story nichts taugt.